Mitte 2019 sorgte Axel Springer für Aufsehen: Alle vier Tageszeitungen des Unternehmens sind aus dem Katalog der Lese-Flatrate entfernt worden. Mit der überraschenden Maßnahme beschäftigte sich damals sogar der Spiegel in einem größeren Beitrag. Insofern kam die Kehrtwende jetzt doch ein wenig überraschend. Ab sofort sind nämlich die Zeitungen „Bild“, „Welt und „B.Z.“ wieder im Digitalkiosk verfügbar.

Doch warum entschieden sich die Berliner nun doch wieder für Readly? Es gibt verschiedene Begründungen, aber eine leuchtet ein: Readly ist insbesondere zu diesen Corona-Zeiten mit verminderten Verkaufsstellen eine erweiterte Möglichkeit, die Leser zu erreichen. Die digitale Verfügbarkeit wird also merklich gesteigert.

Doch der Auslöser scheint ein anderer Punkt zu sein. Durch das erweiterte Angebot an internationalen Tageszeitungen habe sich das Angebotsumfeld bei Readly nunmehr deutlich gebessert. Eine Kannibalisierung gebe es nach den Erkentnissen von Axel Springer nicht. Bild Plus-Nutzer und die Readly-Nutzer seien doch sehr unterschiedliche Nutzergruppen.

Aus der erweiterten Partnerschaft sollen weitere Erkenntnisse für den digitalen Vertrieb gewonnen werden. Digital stehen in Berlin weiterhin die Paid-Content-Angebote von Bild Plus (508.000 Abonnenten) und Welt Plus (138.500 Abonnenten) im Mittelpunkt der strategischen Überlegungen.

Andere Verlage werden den Vorstoß von Springer sicher genauer unter die Lupe nehmen. (dh)

Foto: Readly