Neuigkeiten bei Nadine Nordmann und Ulla Drewitz: Das frühere Chefredakteurinnen-Duo bei der Bauer Media Group („Bravo“, „Bravo Girl“ und „Joy“) gründen die Beratungsagentur Generation Bold. Und machen sich dort vor allem Gedanken darüber, wie eine zukunfsorientierte Arbeitswelt und ein moderner Workflow in der Verlagsbranche aussehen könnte. Ihre Erfahrungen aus der Printwelt wollen sie dabei einfließen lassen.

Im aktuellen Clap-Magazin, welches heute erschienen ist, sprechen die beiden Printspezialistinnen über ihre Ideen. Einen Auszug gibt es hier:

Im Printgeschäft tut sich doch durch die Corona-Krise relativ viel momentan. Verlagsmanager reden jetzt nicht mehr nur darüber, dass man kooperiert. Sondern man tut das offensichtlich auch. Stellen Sie auch fest, dass Grenzen fallen?

Nordmann: Wir haben alle ein Jahr großer Veränderungen hinter uns. Die Pandemie hat sicher dazu beigetragen, Dinge sichtbar zu machen, die vorher verborgen geblieben sind, genauso wie sie eine Dynamik und Schnelligkeit in Prozesse gebracht hat, die davor langsamer liefen. Ich empfinde das – neben allen ­Einschränkungen – als großen Gewinn.

Drewitz: Allein, was sich beim Thema Homeoffice in den letzten Monaten getan hat, kann Weichen für die Zukunft stellen. Eines ist klar: Nach Corona wird sicher nicht alles wieder genauso laufen, wie es vorher war. Grenzen müssen fallen. Jetzt ist die Chance für Unternehmen da, neu zu definieren, wie ihre Teams zukünftig zusammenarbeiten möchten. Genau hier setzen wir mit unserem Angebot an.

Beispielsweise gibt es ja eine neue Vermarktungspartnerschaft bei SZ und FAZ, es gibt Vertriebskooperationen und G+J versucht so viel wie möglich mit der RTL Mediengruppe zu machen. Müssten Ihrer Meinung nach auch Magazinredaktionen untereinander stärker kooperieren und beispielsweise Inhalte austauschen?

Nadine Nordmann: Wir begrüßen die Idee des Reverse Mentorings sehr, sie ist elementarer Bestandteil unseres Konzepts. Deswegen sind wir beide neben unserem Hauptgeschäft als Mentorinnen tätig. Die Zukunft ebenso wie den vielzitierten „War of Talents“ kann nur der gewinnen, der kooperativ denkt und handelt.

Ulla Drewitz: Durch diese Form der Kooperation lassen sich Potenziale erschließen und Wachstum ermöglichen. Und für die Verlagsbranche gilt mehr denn je: hochwertige, klar positionierte Produkte werden auch trotz Krisen und Konkurrenz erfolgreich sein.

Frau Nordmann, wir haben uns etwas umgehört, etliche Marktbegleiter hat es überrascht, dass Sie letztes Jahr bei der Bauer Media Group ausgestiegen sind. Sie galten als „Bauer-Gewächs“, unter anderem weil sie schon so lange dabei waren. Hätten Sie sich vor fünf Jahren schon vorstellen können, dass Sie den Großverlag verlassen?

Nadine Nordmann: Vor fünf Jahren hatte ich mit Bravo gerade den umfassenden Umbau zum Social Magazine, also die Digitalisierung der historischen Print-Marke abgeschlossen.

Gleichzeitig habe ich immer eine langfristige Vision für mein Leben und meine Karriere. Karrieren sind fluide: Sie verändern und entwickeln sich, so wie sich auch unsere Bedürfnisse und Wünsche verändern. Mir persönlich gefällt die Vorstellung, meinen Traumjob jeden Tag aufs Neue zu erfinden. Im Moment erscheint mir meine Selbstständigkeit attraktiver, weil sie mir die Schnelligkeit, Flexibilität und Vielfalt bietet, die ich gerade brauche ­und die es m.E. gerade grundsätzlich braucht, um zukünftig erfolgreich zu sein.

Jetzt machen Sie sich selbstständig und haben mit Ihrer früheren Kollegin Ulla Drewitz einiges vor. Wie kam es denn zu der neuen Partnerschaft?

Nadine Nordmann: Ulla und ich arbeiten bereits seit knapp zehn Jahren eng zusammen, angefangen bei der Funke Mediengruppe für die unterschiedlichsten Zeitschriften und Projekte. Wir ergänzen uns wunderbar. Deshalb war es nur ein logischer Schritt, gemeinsam zu gründen. Für uns gilt schon immer: 1+1= 1000.

Was haben Sie denn zusammen vor? Bleiben Sie eigentlich grundsätzlich dem Verlagsbusiness treu?

Nadine Nordmann: Wir haben gemeinsam Generation BOLD gegründet, eines der ersten Institute für Generationenentwicklung in Deutschland. Damit bringen wir Verständnis für diverse Generationen in die Unternehmen, um eine nachhaltige, vertrauensstiftende Zusammenarbeit zu erschaffen. Das Ziel ist die generationsübergreifende Teamentwicklung und die Förderung von Führungskräften im Bereich New Work. Dieses Angebot ist sicher in der Medienbranche gut platziert und darüber hinaus in allen Branchen, in denen unterschiedliche Generationen miteinander arbeiten.

Ulla Drewitz: Generation BOLD schafft mit Workshops und Trainings für Teams und Führungskräfte eine neue, zeitgemäße Unternehmenskultur. Im Vordergrund stehen ein aufrichtiges Commitment zu einem bewussten Miteinander, das Prinzip des Reverse Mentoring und der gemeinsame Wachstumserfolg.

Wen beraten Sie denn gerade und was ist ihr Schwerpunkt?

Nordmann: Unser Institut für Generationenentwicklung ist keine klassische Beratung. Wir stehen für mehr Erfolg durch Altersdiversität in Unternehmen, eine zukunftsorientierte Arbeitswelt und die Entwicklung eines reibungslosen Workflows.

Drewitz: Wir selbst standen über viele Jahre als Chefredakteurinnen-Duo vor genau dieser Herausforderung: Unsere Teams bei Bravo oder Joy waren extrem altersdivers, wir haben das Aufeinandertreffen verschiedener Generationen sehr früh hautnah mitbekommen und in der Arbeitsrealität täglich erlebt. Als Team von zwei Frauen, die selbst unterschiedlichen Generationen (X und Y) angehören, haben wir unsere eigene Diversität immer als enorme Bereicherung empfunden. Gleichzeitig ist die Nähe zur Generation Z sehr präsent.

Die neue Unternehmung hat in München gerade auch eine eigene Website bekommen. Wer mehr über Drewitz und Nordmann erfahren möchte klickt hier.