Manchmal hat man kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu: Günther Jauch hat sich mit dem Corona-Virus infiziert. Jauch fällt damit nicht nur für die für morgen geplante RTL-Live-Show „Denn sie wissen nicht, was passiert“ aus. Der 64-Jährige ist neben Uschi Glas und Sepp Maier auch einer von drei prominenten Protagonisten der erst vor wenigen Tagen gestarteten Impfkampagne des Bundesgesundheitsministeriums (BMG). Wie es mit dieser nun weitergeht, ist offen. Denn das Motiv mit Jauch ist längst produziert und sollte nach bisheriger Planung ab kommender Woche bundesweit plakatiert werden.

Das Bundesgesundheitsministerium äußert sich auf „Clap“-Nachfrage bisher nicht. Unter dem Motto „Deutschland krempelt die #ÄrmelHoch“ klärt das BMG seit Ostern über die Corona-Impfung auf, um möglichst viele Bürger im Land für den schützenden Piks zu gewinnen. Die von der BMG-Rahmenagentur Scholz & Friends Berlin verantwortete, mit 25 Millionen Euro budgetierte Kampagne sieht Außenwerbung, Printanzeigen und Social-Media-Maßnahmen vor. Glas, Jauch und Maier treten als „Influencer“ (BMG) auf, parallel werden unterschiedliche Bevölkerungsgruppen beispielhaft abgebildet und angesprochen.

Doch der Flight unter dem Kampagnendach „Zusammen gegen Corona“ steht bisher unter keinen guten Stern. Für Verwunderung hatte gesorgt, dass sich Uschi Glas nicht pro bono engagiert, sondern als einziges der Impf-Testimonials ein Honorar erhält. Das BMG spricht gegenüber „Clap“ von einer „marktüblichen Aufwandsentschädigung“ und rechtfertigt diese mit dem „erhöhten Drehaufwand der 77-jährigen Schauspielerin“. Zum Kampagnenauftakt war Glas zusätzlich in einem TV-Spot zu sehen, der auch im Web abrufbar ist. Auch dass sie bereits vor Kampagnenstart geimpft war, hatte im Netz Irritationen hervorgerufen.

 „Uschi Glas hat den Werbespot vor ihrer Impfung gedreht“, betont eine BMG-Sprecherin, „er kommt erst zum Einsatz, seitdem die erste tatsächliche Impfung erfolgt ist.“ Bleibt nur die Frage, warum ihr das Pflaster nach dem Piks im Plakatmotiv am linken Oberarm klebt. Im TV-/Internet-Spot war Glas die Corona-Spritze in den rechten Oberarm gesetzt worden.

Text: Bijan Peymani

Foto: RTL Mediengruppe