Der zuletzt bei Böhmermanns ZDF Magazin Royale zu Ehren gekommen Journalist Mats Schönauer hat schon wieder etwas Neues in der Pipeline. Aber diesmal geht es weder um Klambt, Burda oder die Bauer Media Group. Statt den Yellow-Titeln hat er sich dieses Mal mit seinem Kompagnon Moritz Tschermak in einem neuen Buch die „Bild“-Zeitung zur Brust genommen. Beide beobachten die Boulevardzeitung schon seit einem Jahrzehnt.

Mit dem etwas reißerisch klingenden Titel „Ohne Rücksicht auf Verluste: Wie ‚Bild‘ mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet“ bekommt „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt ab 11. Mai jedenfalls reichlich Lesestoff. Denn sie kommen zu der Feststellung: Unter Reichelt sei das Blatt „noch brutaler geworden, noch menschenverachtender, noch populistischer“. Vorgänger Kai Diekmann ist also nach dieser Lesart in seiner Amtszeit anders vorgegangen.

Schönauer und Tschermak lassen „Opfer der Berichterstattung“ zu Wort kommen und sprachen mit Insidern, die Bild von bestens kennen. Anhand von Beispielen und Belegen wollen die Autoren erklären, wie „Bild“ „systematisch Ängste vor Fremdem“ schürt oder den Ruf unschuldiger Menschen zerstört.

Jedenfalls erscheint das Buch rund 44 Jahre nach Günter Wallraffs „Aufmacher„. Der Investigativjournalist scheint das Buch schon gelesen zu haben, denn er wird zitiert bei Amazon mit den Worten: „BILD – ein immer wieder rückfälliger Triebtäter. Unverbesserlich? Gemeingefährlich! Eine überzeugende und erschütternde Beweisführung.“ (dh)

Foto: KiWi Verlag