Die langjährige Geschäftsführerin bei Sony Pictures Television Networks, Bettina Hermann, steigt vorerst aus dem Mediengeschäft aus. Nach ihrem kürzlichen Weggang bei Beta Film, bei den Oberhachingern war sie zuletzt Marketingchefin, ist sie auf gänzlich anderen Pfaden unterwegs. „Nach knapp 20 Jahren in der Medienbranche bin ich reif für ein komplett anderes Umfeld“, sagt Hermann zu Clap.

Konkret gründet sie die Initiative „Macht Euch schmutzig“. Hermann hat zwischenzeitlich eine Zusatzausbildung als Natur- und Umweltpädagogin gemacht – und stürzt sich nun Vollzeit in ein eigenes Projekt. Sie bietet für Kindergarten- und Schulgruppen unter anderem ein spezielles Ferienprogramm unter freiem Himmel an. Damit sollen vor allem städtische Kids das Leben in der freien Natur besser kennenlernen. Und es geht auch direkt gut los: Ab September laufen bereits zwei Stiftungsprojekte, insgesamt 72 Workshoptage für bis zu 200 Kinder. Die hohe Nachfrage sei auch damit zu begründen, dass Kinder in den zurückliegenden Monaten zu viel Zeit vor den Bildschirmen verbracht hätten.

Der Name des Programms nimmt natürlich Bezug auf den Standardsatz der Eltern: „Mach dich nicht schmutzig“. Aber genau das sollten Kinder tun, meint Hermann: „Ausprobieren, anfassen, matschen, wühlen und das ohne ständige Überwachung der Eltern – Kind sein heißt, sich dreckig machen.“ Und deswegen heißt auch Hermanns Website Machteuchschmutzig.de.

Es gehe jetzt darum, das Momentum der Sehnsucht nach Natur, Freiheit und Weite zu nutzen: „Die Natur spüren und lieben lernen, Empathie entwickeln. Ich will einen Gedanken pflanzen wie einen Samen, der über die Jahre wächst und gedeiht und als Erwachsener wieder abrufbar ist. Wir brauchen Klimaschützer auch in Zukunft – mehr denn je, wenn man die aktuellen Geschehnisse betrachtet“, sagt Hermann. Liebe und Wertschätzung ist aus ihrer Sicht ein stärkerer und vorallem nachhaltigerer Motivator für positive Veränderung als Angst.

Im nächsten Schritt will die Mutter von zwei Söhnen auch Teambuilding-Events für Unternehmen anbieten. Viele Kollegen hätten sich teilweise auch anderthalb Jahre nicht persönlich gesehen und müssten sich erst wieder kennenlernen, meint Hermann. Und so ein Teambuilding-Maßnahme würde im Naturraum bestens funktionieren. (dh)

Fotos: Machteuchschmutzig.de