Ende 2019 war schon irgendwie der Wurm drin: Für das „Boa“-Magazin, rund um den Protagonisten Jérôme Boateng, konnten geplante Erscheinungstermine nicht eingehalten werden. Und wann genau die nächsten Hefte kommen sollten, war auch nicht so ganz klar. Ursprünglich sollte das Magazin des Ausnahme-Verteidigers sechs mal im Jahr erscheinen.

Die Gruner + Jahr-Tochter Territory wollte von einer regelmäßigen zu einer anlassbezogenen Erscheinungsweise wechseln. Die Zeitschrift des Bayern-Stars sollte fortan als „Pop-up-Magazin“ zu speziellen Anlässen fortgeführt werden: für Sportereignisse oder für Events aus dem Lifestyle-Bereich wie etwa Mode und Musik. Unabhängig davon sollte die Marke „Boa“ über das Magazin hinaus in Form von Club Nights und Product Launches erstrahlen.

Doch daraus wurde nichts. Es blieb bei drei Print-Ausgaben. Und mehr als diese drei wird es künftig auch nicht mehr geben. „Wir haben entschieden, uns künftig auf die Weiterentwicklung des Agenturgeschäftes sowie den Ausbau digitaler Produkte zu konzentrieren. Vor diesem Hintergrund hat das Printprodukt ‚BOA‘ keine Priorität in unserer strategischen Unternehmensentwicklung“, so eine Territory-Sprecherin.

Print hat „keine Priorität“ mehr – wird „Boa“ also erstmal der letzte Kiosk-Titel von Territory gewesen sein? Es sieht ganz danach aus, Bertelsmann-Chef Thomas Rabe favorisiert recht klar den digitalen Vertriebsweg. Natürlich werden von Territory für Kunden weiterhin Hefte produziert („Lufthansa-Magazin“).

Boateng selbst ist ohnehin fast täglich in den Schlagzeilen: sei es sein Wechsel nach Frankreich zu Olympique Lyon oder sein Prozess vor dem Münchner Amtsgericht. Mit dieser Bürde lässt sich ein Personality-Magazin nur schwer produzieren. (dh)