Peter Lewandowski und sein Team überraschten in dieser Woche mit der Meldung, dass die Hamburger Agentur MFM Martin Fischer Medien GmbH sich die deutsche Lizenz für den 2020 wiederbelebten Zeitschriften-Titel „Max“ von der italienischen RCS MediaGroup gesichert hat. Lizenzpartner ist neben Fischer auch Peter Lewandowski. Was ist da nur los? Letztgenannter gab uns ein Exklusiv-Interview.

Herr Lewandowski, in der Pressemitteilung sagen Sie: „Wir sind sehr glücklich, nun das Steuer selbst in der Hand zu haben“. Auf welche neuen Freiheiten freuen Sie sich?

Lewandowski: Das betrifft das komplette Max-Business. Konzept, Titel, Themen, Inhalte, Investitionen stimmen wir jetzt mit uns selbst ab. Das war in der Vergangenheit doch etwas mühsam, zumal hier mehrere Nationalitäten ‚am Werk‘ waren, was nicht immer mit unseren Überzeugungen übereinstimmte. Mut, Kreativität und Aufbruch wird in diesen Prozessen oft blockiert.

Und in der alten Struktur hätten Sie sich manche Entscheidung anders getroffen?

Lewandowski: Ja!

Wenn man auf das aktuelle Cover schaut, dann fällt neben Linda Zervakis auch der neue Copypreis von 6 Euro auf, den sie da ankündigen. Ich habe extra nachgeschaut. Vorher hat ‚Max‘ 8,90 Euro gekostet. War das vorher etwas zu hoch gegriffen?

Lewandowski: Das war zum Beispiel eine der Entscheidungen, die wir von Beginn an anders umgesetzt hätten.

Gibt es noch andere Änderungen mit der neuen Struktur, eventuell personeller Natur, die nicht so auffällig sind?

Beim aktuellen Heft ist unsere Handschrift schon auf dem Cover zu sehen. Wir wollen mehr Back to the Roots. Kreativität, tolls Inszenierungen und mutiger Journalismus gehören für uns zum fachlichen Handwerk dazu.

Auf jeden Fall ist das neue Cover mit der neuen ProSieben-Moderatorin farblich sehr vielfältig. Wollen Sie am Kiosk mehr auffallen? 

Lewandwoski: Es geht hier zuerst um eine kreative Entwicklung. Das jetztige Cover ist einfach anders. Wir werden wieder an die  mutigen Titelgestaltung des erfolgreichen früheren ‚Max‘-Magazins anknüpfen. Mit an Bord ist übrigens seit kurzerm rüdiger quass von Deyen von der KD1 Designagentur.

Sie sind auch auf digitalen Plattformen wie Readly und Yumpu vertreten. Welche Relevanz hat dieses Vertriebskonzept für Sie?

Lewandowski: Diese Plattformen ermöglichen gerade kleineren Titeln ohne großes Werbebudget höchst mögliche Visibitlity in einer digital-affinen Zielgruppe. Zudem sind auch die Vertriebserlöse inzwischen nicht uninteresant. Und das ePaper lässt sich sehr gut lesen. Ein reines PDF wäre dagegen ein No Go für „Max“.

Wer in das aktuelle Impressum schaut kann sehen, dass sie gleich in zwei Funktionen für Max tätig sind: Managing Editor und Herausgeber. Greifen Sie mit Ihren Funktionen eigentlich auch in inhaltliche Belange ein?

Lewandowski: Klar. In meiner Funktion als Managing Editor.

Was macht Peter Lewandowski eigentlich, wenn er nicht für „Max“ arbeitet? Haben Sie noch andere Jobs? Sie sind oft im Harz…

Lewandowski: Eher auf dem Betzenberg.

Clap hatte vor einiger Zeit geschrieben, das Max-Team wirke wie ein ‚Oceans Eleven‘ der Verlagsbranche. Auf die Formulierung sind wir einige Male angesprochen worden. Wollen Sie die guten alten Printzeiten mit der Mannschaft wieder aufleben lassen?

Lewandwoski: Wir wollen einfach Spaß und Erfolg haben, wobei das eine das andere impliziert.

Interview: dh

Foto: privat