Noch Ende vergangener Woche erwähnte der „Spiegel“ in seiner Springer-Titelstory, dass Alexandra Würzbach nach dem Weggang von „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt wieder „ausschließlich“ für die „Bild am Sonntag“ zuständig sei. Nach dem Interview mit dem neuen „Bild“-Chefredakteur Johannes Boie in der „Süddeutschen Zeitung“ in dieser Woche, scheint sich bei der Zusammensetzung der neuen Chefredaktion des Boulevardblatts eine etwas andere Zusammensetzung zu ergeben.

Boie sagt dort hinsichtlich der neuen personellen Konstellation, es gebe nunmehr eine Dreier-Chefredaktion. „Alexandra Würzbach, Claus Strunz, die ich beide sehr schätze, und ich. Wir entscheiden zusammen. Sollten wir drei uns nicht einig sein, entscheide ich.“ Wie denn nun genau? Auf Nachfrage bei Axel Springer bestätigt das Unternehmen die neue Dreier-Konstellation. Johannes Boie sei der Vorsitzende der Chefredaktion. Alle drei genannten Personen seien aber Chefredakteure, für alles zuständig, aber mit Eigenzuständigkeiten versehen.

Johannes Boie ist also nunmehr für die Zeitung und Bild digital verantwortlich. Alexandra Würzbach macht wie bisher die „Bild am Sonntag“ und ist aber übergreifend für „Bild“ und „Bild am Sonntag“ weiterhin für das Redaktions- und Personalmanagement im Einsatz. Und Claus Strunz wurde zwar Ende 2020 bereits Mitglied der „Bild“-Chefredaktion, war aber bislang noch kein Chefredakteur. Das ändere sich jetzt, sagt Axel Springer. Sein Schwerpunkt ist Bewegtbild und Bild TV.

Wenige Wochen vor dem Weggang von Julian Reichelt wurden bereits etliche weitere Personalien offiziell bekannt gegeben. So wird also Florian von Heintze künftig die Newsformate für Bild TV weiterentwickeln. Alle weiteren genannten Zu- und Abgänge hätten auch nach dem Weggang von Reichelt Bestand

Und wo ist eigentlich der Ex-Chef gerade? Angeblich verbringt er sehr viel Zeit auf der Insel Sylt. Dort kann er sich von dem Trubel um seine Person ein wenig abschotten. (dh)