0:5 bei Borussia Mönchengladbach! Der FC Bayern steht mal wieder im Mittelpunkt des Sportgeschehens. Aber nicht nur deswegen. Nächste Woche Dienstag wird die mittlerweile viel besprochene FC Bayern-Doku „Behind the Legend“ bei Amazon Prime Video erstmals für ein breites Publikum abrufbar sein. Ohne Mario Kottkamp, CEO der Produktionsgesellschaft Jau!Media, wäre diese Dokumentation kaum möglich gewesen. Er gilt als einer der Männer der ersten Stunde dieser Produktion und ist einer der Top-Sport-Filmemacher. Gerade erhielt er die Auszeichnung „VDS-Fernsehpreis“ für die Bundesliga Restart-Doku („Weiter, immer weiter“), die in der ARD lief. Clap bat ihn zu einem Gespräch:

Sie gelten als wichtiger Wegbereiter diese Produktion. Welche Erwartungen haben Sie?  

Kottkamp: Wir im Produktionsteam rund um Wiedemann & Berg möchten, dass der Zuschauer einen noch nie da gewesenen Blick hinter die Kulissen das FC Bayern bekommt. Wir würden uns freuen, wenn das gelungen ist. Wir bieten exklusive Einblicke in den Inner Circle der aktuellen Mannschaft aber eben auch einen speziellen Blick mit exklusiven Aufnahmen der Bosse, die diesen Verein seit Jahrzehnten geprägt haben. Neben diesen Schlüsselloch-Blicken würden wir uns auch freuen, wenn wir Prime-Mitglieder unterhalten, informieren, einfach abholen. Die sechsteilige Doku ist auch für Menschen gedacht, die sich nicht täglich intensiv mit Fußball beschäftigen.“

Wie kam denn die Partnerschaft mit Prime Video zustande? Warum genau dieser Anbieter?  

Kottkamp: Wir von Jau!Media arbeiten für diverse Sender und Streaming-Services. Aber nicht zuletzt durch unsere vorherige Dokumentation „Weiter, immer weiter. Corona. Die Bundesliga. Der Restart“, die zunächst in der ARD lief, aber dann auch bei Prime Video ausgestrahlt wurde, haben wir einen sehr guten Draht zu den Entscheidern dort. Und Amazon ist mutig und offen genug, um solche Themen in ihr Portfolio zu nehmen. In gleichem Maße gilt das für Wiedemann & Berg, die für die FCB-Doku federführend waren. Sie kommen als vielfache Preisträger aus dem Bereich Film und Fernsehen und wir, im Speziellen ich, aus dem Doku-Bereich.

Mario Kottkamp beim Dreh. Seine journalistischen Wurzeln hat er bei RTL Deutschland und Sky.

Inhaltlich gesehen geht es um die Persönlichkeiten des Vereins, das Tagesgeschäft, aber auch um den Globus FC Bayern. Was ist für Sie die wichtigste Message? 

Kottkamp: Wir wollen zeigen, dass die Jungs, abgesehen von ihrem großen Talent und viel Geld, welches sie verdienen,  auch Menschen wie du und ich sind. Wir zeigen, wie diese Mannschaft im „Inneren“ funktioniert. Elf Freunde müsst ihr sein, heisst es immer. Für die Bayern gilt zumindest: Fünf Freunde. Denn Joshua Kimmich, Serge Gnabry, Niklas Süle, Leon Goretzka und Leroy Sane sind wirkliche Freunde seit ihrer Kindheit. „Es ist schon ein Unterschied, ob du für einen Freund läufst oder für einen Mitspieler“, sagt Joshua Kimmich in der Doku. Der Satz hat mich sehr beeindruckt. 

Homestories aus dem Alpenland: Besuch bei vielen Weggefährten des FC Bayern.

Gab es Momente, bei denen das Team an die Grenzen des Machbaren gestoßen ist? Einblicke in die Kabine bei Niederlagen wurden ja beispielsweise nicht gewährt. 

Kottkamp: Doch, man hat sie uns gewährt. Etwa nach dem Ausscheiden in der Champions League gegen Paris. Joshua Kimmich feuert sein Trikot gegen die Wand. Totenstille im Raum. Das sind Gänsehaut-Momente, die wir sensibel einfangen durften. Ganz generell gesagt, ist die Produktion einer solchen Doku mit einem Club wie dem FC Bayern immer ein Prozess. Unser Credo war es stets: überzeugen durch Vertrauen.

Könnten Sie sich eine ähnliche Doku mit einem anderen Verein vorstellen, oder kommt dafür nur der FC Bayern infrage? 

Kottkamp: Natürlich wäre das denkbar. Aber die Vereine sollten schon etwas Spezielles haben, das gewisse Etwas. Es muss eine Geschichte da sein. Der Fan ist abgeholt, wenn man ihm exklusive Einblicke zeigt, aber auch mal Ecken und Kanten präsentiert. Nicht immer läuft alles glatt innnerhalb einer Saison in einem Verein. Das ist mein Anspruch, das auch darstellen zu dürfen. 

Auch von Ex-Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld wird einiges zu hören und zu sehen sein.

Interview: dh

Fotos: Jau!Media