In dieser Woche feierte der Chef des ZDF-Werbefernsehens, Hans-Joachim Strauch, sein 20-Jahre-Jubiläum im Unternehmen mit Torte und allem was dazugehört. Mit so viel Beharrlichkeit gilt der 61-Jährige mittlerweile als branchenältester Vertreter der Bewegtbild-Vermarktung in Deutschland. Sie glauben schon alles zu wissen über den Mainzer, der schon seit 40 Jahren in der Kommunikationsbranche tätig ist? Clap hat, passend zu seinem Jubiläum, 20 bislang nahezu unbekannte Fakten über ihn parat. Es geht um Curling, Lego und den Audi 100:

Warum er Claus Kleber im nächsten Jahr als ZDF-Anchorman vermissen wird

Dokumentationen und News vor Ort über 9/11, die Probleme im Nahen Osten, zu Silicon Valley oder zum 70. Jahres der UN-Menschenrechtserklärung: Bereits seit 2003 prägt unser geschätzter Kollege Claus Kleber sowohl inhaltlich als auch konzeptionell die Inhalte hochwertiger ZDF-Qualitätsformate. Als Gesicht des Senders und vor allem des ZDF-„heute-journals“ wird er sicherlich nicht nur mir, sondern auch vielen Zuschauer*innen dort draußen fehlen.

In welche Stadt er beruflich am liebsten fährt

Allem voraus: Hamburg. Hamburg heißt Heimat. Und als Hamburger habe ich eine besondere Beziehung zu München und zur bavarischen Lebensart. Köln und Düsseldorf: Spannung pur! Und: Stuttgart. Warum? Eine der wohlhabendsten Regionen Deutschlands. Hier trifft schwäbisch Cleverness auf Arbeitseifer und hier sind Weltmarken zu Hause.

Worauf er in Mainz besonders stolz ist

Auf den Rhein und Wein. Oder wie der Mainzer es sagen würde: Rhoi und Woi – und hier schwingt schon die nächste Besonderheit mit, auf die man stolz sein kann – die Meenzer Bodenständigkeit. Doch auch Gemeinschafts-Projekte, die wir mit der Stadt Mainz umgesetzt haben, machen mich stolz: Heute vor ziemlich genau fünf Jahren (November 2016) wurde die erste Mainzelmännchen-Ampel eingeweiht. Seither werden jährlich weitere Ampelanlagen im Mainzelmännchen-Design umgerüstet. Aber mehr noch: Im August 2013 haben sich Anton, Berti, Conni, Det, Edi und Fritzchen als mediale Botschafter der Landeshauptstadt Mainz in herausragender und besonders sympathischer Weise um das Renommee der Stadt verdient gemacht. Darauf wurde ihnen anlässlich ihres 50. Geburtstags die Mainzelmännchen-Ehrenwürde verliehen.

Was er wohl geworden wäre, wenn er nicht zum ZDF gegangen wäre

Wer nichts wird, wird Wirt. Und am besten im Frankfurter Gallusviertel. Matchingpoint aus blühender Kulturszene und kulinarischer Vielfalt. In einer Welt ohne einer Karriere in der TV- und Werbelandschaft und ohne das ZDF Werbefernsehen – und das alles noch vor 20 Jahren: Vielleicht wäre ich Gastwirt geworden – am Main mit der Haifischbar.

An welchen Mainzelmännchen-Einspieler er sich am besten erinnern kann

Bild- und Videomaterial: unter strengstem Verschluss. Ein Mainzelmännchen-Insert – ohne heile Welt und ohne Happy End. Der Protagonist? Det. Der Drehort? Ein Badezimmer. Und was geschieht? Während Det sich die Zähne putzt, macht sich die elektrische Zahnbürste selbständig. So sehr, dass sie Det die Zähne herausputzt. Das Ende: ein zahnloser Det, der seinen – im Raum herumfliegenden – Zähnen ausweichen muss. Eine fremde, überraschende und genau deshalb unterhaltsame Mainzel-Story.

Was er an seiner Heimatstadt Hamburg schätzt

Hamburg ist das Tor zur Welt. Deshalb auch weltoffen und einfach vielfältig. Die ewig florierende Stadt und Heimat von Handeltreibenden mit Blick auf den Kaffeesack und dem richtigen Riecher, wenn es um Geschäfte geht. 

Warum er eine besonders gute Verbindung zu Lego-Produkten hat

Weil man sie immer wieder neu aufbauen kann.

Warum er 2001 bei der Netzeitung mitgemacht hat

Die Netzeitung war ein Pionier seiner Zeit. Dem Jahr 2001 in Deutschland in Schritten voraus. Sie war das erste only-digital Medium in Deutschland, das überregional ausgerichtet war. Die Online-Tageszeitung mit einer 24-Stunden-Redaktion.

Warum er früher öfter gerne vor Ort persönlich bei „Wetten, dass..“ dabei war

„Wetten, dass.. ?“ ist sozusagen die „Wagner-Festspiele“ für alle: für Kulturschaffende in gleicher Weise wie für Wirtschaft und die Politik. Die ganze Welt war bei „Wetten, dass.. ?“.

Was die aufregendste (Spezial)-Aufgabe in seinem bisherigen Berufsleben gewesen ist

Unsere Roadshow 2015. Event bedeutet auch Entertainment. Jedes Jahr leuchtet unsere Roadshow in einem anderen ZDF-Licht. 2015 war das Roadshow-Thema die ZDF-SOKOs. Und dort, wo Krimi draufsteht, darf ein Tatortreiniger nicht fehlen. Als Gastgeber und Moderator fiel mir diese ehrenwerte Aufgabe zu. Und was wären wir für Gastgeber, wenn wir unsere Gäste nicht mit einem kleinen Gastgeschenk überraschen würden? „Überraschen“ trifft es ganz gut. Achtung Werbung! Unser Give-away: ein ZDF Werbefernsehen – Reinigungs-Tool mit Multifunktion, das vor keinem Tatort Halt macht (siehe Bildmaterial).

Was seine Lieblingswerbung im TV in den 80er Jahren gewesen ist

Audi 100 Quattro, 1986: Werbung, die – damals wie heute – ihrem Namen alle Ehre macht. Und das, weil? Ein Auto erklimmt eine beschneite Skisprungschanze. Mit dem Claim „Vorsprung durch Technik“ vor einem roten Sportwagen, der eine Sprungschanze bezwingt, gelang Audi nicht nur handwerklich ein starker Spot, sondern ein großer Imagetransfer. Ihr gesamtes Image folgte dem Audi 100 und gewann an bedeutender Höhe.

Warum 20 Jahre gefühlt eigentlich gar keine so lange Zeit sind

Vielleicht weil man viel mehr – eigentlich immer – nach vorne schaut?

Warum er mit dem ZDF Werbefernsehen (vor Corona) so gerne auf Tour gegangen ist

Weil das ZDF eines der bekanntesten Programmmarken Deutschlands und des DACH-Raums ist. Und Klappern gehört ja bekanntlich zum Handwerk. Durch unsere Roadshows durfte ich auch mit und von unseren Marktpartnern, aber auch unseren ZDF-Protagonist*innen viel Neues, Spannendes und Wissenswertes erfahren.

Warum er als Dozent gerne Wissen weitergegeben hat

Wissen – besonders in strukturierter Form – an Viele und nicht nur an Einzelne weiterzugeben, war immer eine schöne und abwechslungsreiche Herausforderung, der ich mich mit viel Freude zwischen 1993 und 1996 an der Akademie für Marketing und Kommunikation Frankfurt gern gestellt habe.

Woran er bei dem Namen Erich-Dombrowski als erstes denkt

An das Fahrtenbuch in meinem Geschäftswagen.

Warum er gerne mal in der ZDF-Mediathek vorbeischaut

Weil die ZDF-Mediathek besser als andere ist. Es gibt zahlreiche Online-Mediatheken, doch die des ZDF ist selbsterklärend, intuitiv und strukturiert. Convenience at its best!

Warum er der Erfinder der „Neuen Primetime“ gewesen ist

Das ZDF ist im werberelevanten Zeitfenster zwischen 17 und 20 Uhr seit 1997 Marktführer. Aus Vermarktersicht gesprochen: Mediaagenturen haben es versäumt, mehr in Richtung werberelevantes Zeitfenster im – mit doppelt so starken Leistungswerten zwischen 17 bis 20 Uhr als die Privaten zwischen 20 bis 23 Uhr – zu denken und zu beraten. Oder anders: Weil Berater*innen in Mediaagenturen ihren Job nicht gemacht haben.

Warum er Heute-Show-Moderator Oliver Welke noch nie persönlich getroffen hat

Das frage ich mich auch. Vermarktungsstrategisch gedacht: höchstwahrscheinlich, weil sein Management die Neue Primetime und ihre hervorragenden Leistungswerte nicht auf dem Schirm hat.

Warum er klassische Werte besonders schätzt

Zahlreiche Stopps in der Agenturlandschaft und anschließend die TV-Vermarktung: insgesamt 40 Jahre mit viel Tempo und Dynamik in der Marketing- und Kommunikationsbranche inklusive TV, geprägt von wechselnden Geschäftspartner*innen, Kund*innen und Kolleg*innen. Klassische Werte wie Ehrlichkeit und Respekt bilden hier für mich zentrale Anker und Konstanten.

Welche Sportart er besonders gern für das ZDF vermarktet hat

Curling. Wenn auch von vielen belächelt, sind Zuschauer*innen – auch ich persönlich – stets begeistert von der Präzision und Ruhe dieser Olympia-Disziplin. Leicht verständlich entpuppt sich dieser Wettkampf oft – trotz Spielzeiten bis zu zwei Stunden – als spannendes Zuschauer-Highlight. Die Zahlen sprechen für sich: Curling-Ausstrahlungen erreichen ein Millionenpublikum mit herausragenden Marktanteilen. 

Es gab sie tatsächlich: die Hajo-Strauch-Torte zum Jubiläum.

Text: dh

Fotos: ZDFW