Lange nichts gehört von Anita Zielina! Kein Wunder – die bekannte österreichische Journalistin (früher „Stern“ oder „NZZ“) wirkt seit einer Weile vorrangig im Hintergrund. Im ORF-Aufsichtsrat wählte sie im letzten Jahr beispielsweise mit anderen den neuen ORF-Chef und warnte vor einem neuen Superchefredakteur. Ihren Schwerpunkt setzt sie derzeit aber auch bei der Ausbildung von Medienführungskräften. Seit 2015 ist sie schon für die Hamburg Media School tätig. Noch nicht so bekannt dürfte allerdings sein, dass Sie dort auch im Rahmen des Journalism Innovators Programm (JIP) im Einsatz ist, welches vom Meta Journalism Projekt finanziert wird.

Für das JIP hielt sie am heutigen Freitag einen exklusiven Vortrag zum Thema „Digital Product Thinking“. Darin setzte sie sich mit der Geschäftsstrategie und der Technologie der Medienunternehmen auseinander und sagte: „Die Rolle des Produktmanagements ist aus meiner Sicht, die Brille der Kundenperspektive miteinzubringen. Denn oft stimmen Geschäftsstrategie und Technologie überein, aber die Nutzersicht wird nicht berücksichtigt – da sehe ich am häufigsten Probleme. Idealerweise ist das nutzerzentrierte Produktdenken der Kern des Produktmanagements und pusht dabei die anderen Bereiche.“ Im weiteren Verlauf wurden neue Ideen für gutes Produktmanagement vorgestellt.

Ziel der sechsmonatigen Weiterbildungsinitiative für Journalisten ist es übrigens, Journalismus und Publishing völlig neu zu denken und außergewöhnliche Projekte und Geschäftsmodelle kreativ zu entwickeln. Dafür ist die international erfahrene Zielina sicherlich die richtige Ansprechpartnerin. Seit 2019 ist sie in wechselnden Rollen auch an der Craig Newmark Graduate School of Journalism tätig. (dh)

Foto: HMS