Seit dem 1. April 2010 führt Peter Frey die Chefredaktion des ZDF. Ende November 2018 hatte der Verwaltungsrat des Mainzer Senders Freys Vertrag auf Vorschlag des damaligen Intendanten Thomas Bellut einmal mehr verlängert. Der Herbst dürfte jedoch eine Zäsur bedeuten: Freys Kontrakt endet am 30. September 2022. Kurz zuvor, am 4. August, wird er sein 65. Lebensjahr vollenden. Bisher gibt es keine Signale, dass die ZDF-Gremien für eine weitere Amtszeit mit dem parteilosen Journalisten planen, der als SPD-nah gilt.

Üblicherweise beruft der ZDF-Verwaltungsrat „im Einvernehmen mit dem Intendanten und auf dessen Vorschlag“ Programmdirektor oder -direktorin, Chefredakteur beziehungsweise -redakteurin und Verwaltungsdirektor/-direktorin. Die Chefredaktion ihrerseits nimmt die Journalisten für zentrale Nachrichtenformate des Senders unter Vertrag. Demgegenüber haben die Kontrakte des Top-Personals des Senders eine andere Basis – und lassen sich, im Gegensatz etwa zu Petra Gerster oder Claus Kleber, nicht „auf Zuruf“ verlängern.

Nach aktuellem Stand wird sich Frey, verheiratet und Vater einer Tochter, zum 1. Oktober dieses Jahres also in den wohlverdienten Ruhestand verabschieden. Umso drängender ist die Frage, wer ihn an der Spitze der ZDF-Chefredaktion beerbt. Das Procedere ist klar im Staatsvertrag vorgegeben: Die Ernennung des Nachfolgers oder der Nachfolgerin muss auf Vorschlag des amtierenden Intendanten – seit 15. März 2022 Norbert Himmler – durch den ZDF-Verwaltungsrat erfolgen. Der sollte vor der Sommerpause zusammenkommen.

Text: Bijan Peymani

Foto: ZDF