Paukenschlag bei „maischberger. die woche“: Mit Ausweitung des Talks auf wöchentlich zwei Termine ab 3. Mai wird sich Sandra Maischberger zurückziehen. Künftig soll Oskar Lafontaine die Polit-Runde moderieren. Der Name des Formats bleibt erhalten.

Dem Vernehmen nach zieht Sandra Maischberger mit dieser Entscheidung persönliche Konsequenzen aus dem Verlauf ihrer jüngsten Sendung am 30. März 2022. Beim heftigen, vom TV-Publikum gefeierten Schlagabtausch zwischen CDU-Außenpolitik-Experte Norbert Röttgen und dem Alt-Linken Oskar Lafontaine, sei bei Maischberger „die Erkenntnis gereift, dass ihr Talk inzwischen auch ganz gut ohne sie auskommt“, verrät ein enger Mitarbeiter.

Von Oskar Lafontaines nonchalanter Art der Gesprächsführung soll Maischberger höchst angetan gewesen sein. Deshalb habe sie den seit kurzem parteilosen Grandseigneur der deutschen Politik den ARD-Verantwortlichen als Nachfolger für die Moderation empfohlen. Wie es heißt, will sich die 55-Jährige – abgesehen von Urlaubsvertretungen – künftig ganz auf Themensuche und -recherche sowie aufs Casting des Studiopublikums konzentrieren.

Weder ARD noch Produktionsfirma waren auf Anfrage zu einer Stellungnahme bereit. Der inzwischen 78-jährige Oskar Lafontaine ließ über sein Büro indes wissen, „maischberger. die woche“ habe „durchaus ein Programm, das ich unterstützen kann“. Lafontaine spielt damit auf die Begründung seines Parteiaustritts bei den „Linken“ Mitte März an. Als neuer Moderator des ARD-Formats verantwortet der Saarländer auch die Gästeauswahl.

Sandra Maischberger leitet die nach ihr benannte Talk-Runde seit über zwei Jahrzehnten. Erstmals hatte sie im Jahr 2000 wöchentlich zu „Maischberger“ geladen – damals noch im Berliner Tränenpalast und ausgestrahlt auf n-tv. Seit September 2003 moderiert sie in der ARD aus dem WDR-Studio in Köln. Die Sendung ist eine Gemeinschaftsproduktion der ARD, hergestellt vom WDR in Zusammenarbeit mit der Vincent productions GmbH.

Text: Bijan Peymani

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