Der erfahrenere Journalist kennt das ganz gut: Er wird auf eine Pressekonferenz eingeladen, es gibt ein Podium mit den Experten und Entscheidern, eine Pressemitteilung und ein paar Häppchen nach dem Pressgespräch. Nicht so bei den Tonexperten von Dolby, wie wir diese Woche erfahren haben. Dort setzt sich der Redakteur ganz gechillt ins Musikstudio zu einem Musiker, in diesem Fall zu dem etablierten deutschen Jazz-Komponisten Nils Wülker (links im Bild) und zum Toningenieur Stefan Bock (rechts im Bild), und hört sich ganz relaxt fünf Stücke von Wülkers zwölften Album „Continuum“ an. Bei so einer „Listening Session“ brauchen im Vergleich zu einer üblichen PK nicht so viele Worte gewechselt werden. 

Trotzdem war das Ganze nicht ohne jeglichen Inhalt: Sinn der Übung war mehr oder weniger nicht die Vorstellung der neuen, meist ruhigen Jazz-Songs des gebürtigen Bonners, sondern die Aufnahme der Tracks im immer stärker etablierten Dolby Atmos-Verfahren, welches theoretisch unendlich viele Tonspuren erlaubt. In der Praxis hört der Musikinteressierte also die Oboe von hinten links und und die Trompete von vorne rechts. Jedes Instrument findet so räumlich gesehen seinen Platz, weil die Lautsprecher einzeln angesteuert werden können. Der Sound klingt unter optimalen Bedingungen im Studio natürlich einwandfrei. Nur eine entsprechende Hardware ist natürlich für den Heimgebrauch absolut notwendig.

Dolby Atmos-PK: Journalisten konnten viel Zeit mit dem Künstler Nils Wülker verbringen. Das neue Album „Continuuum“ hat der Musiker mit dem Münchner Rundfunkorchester vom BR eingespielt.

Im Klanghimmel: mit dabei war unter anderem Miho Nishimoto (links) von der Warner Music Group und Dolby Broadcast-Director Stefan Kramper (Mitte stehend). 

Continuum“ gibt es, wie hier zu sehen, erstaunlicher Weise auch auf Vinyl. Wir haben so ein handsigniertes Exemplar. Wer dieses haben möchte schreibt eine Mail unter dem Stichwort „Nils Wülker“ an clap@clap-club.de. Der schnellste Zusender bekommt das Teil. Einzige Bedingung: Der Gewinner muss sich die Scheibe im Münchner Clap-Büro im Westend selber abholen.

Fotos: API – Michael Tinnefeld, Andreas Stumptner/Dolby