In den letzten Monaten sah es so aus, als ob sich der bekannte Medienmanager Kai Blasberg aus dem deutschen TV-Geschäft zurückzieht. Doch bei Clap kündigt er nun seine Rückkehr an. Er hat vor kurzem eine „kreative operative Tätigkeit“ bei Maxdome angenommen.

Der frühere ProSiebenSat.1-Streamingdienst und Joyn-Vorläufer Maxdome gehört bereits seit Oktober 2021 zur Videociety GmbH, einer 100-prozentigen Tochter der Splendid Medien AG. Das Unternehmen will Maxdome mit Filmen und Serien im Einzelkauf fortführen und das Angebot perspektivisch mit eigenen Lizenz- und Katalog-Titeln anreichern.

ProSiebenSat.1 hatte Maxdome 2006 mit einem monatlichen Abo-Modell gestartet. Im Herbst 2020 ist das Abo-Geschäft in Joyn, dem Joint-Venture von ProSiebenSat.1 und Discovery, aufgegangen. Seitdem existierte nur noch der Maxdome Store, der Titel ohne Abo zum Ausleihen und Kaufen anbietet. Videociety hatte selbst bereits eine Plattform mit einem ähnlichen Angebot. Mittlerweile sind die Services offensichtlich technisch miteinander verschmolzen worden. Der Klick auf Maxdome.de und Videocity.de fördert zumindest visuell ähnliche Ergebnisse zutage.

Clap „erwischte“ Blasberg im Stau im Hamburger Elbtunnel. Zu seinem zukünftigen Engagement hielt er sich im Gespräch noch bedeckt: „Ich bin wieder an Bord. Sie haben gefragt. Ich hab ja gesagt“, so Blasberg. Aber warum ausgerechnet ein Engagement bei Maxdome? Es gebe wohl gute Verbindungen aus der Vergangenheit zu den neuen Eigentümern. Das alles sei „ganz unaufgeregt“. Mit dem Rechtekauf von Serien und Filmen allerdings kennt sich Blasberg durch seine jahrelange Tätigkeit bei Tele 5 als Geschäftsführer ja gut aus. Womöglich ist seine Expertise aus dieser Zeit gefragt.

In der letzten Zeit machte der 57-Jährige allerdings mit Aktiväten außerhalb des Medienbereichs auf sich aufmerksam. Als Vermarkter von Rindern ist er auf dem Gut Süderhöfter in Schleswig Holstein unterwegs und sinnierte von dort auch über seinen Abschied vom Fernsehen. Vor einigen Wochen sah es dann schon fast nach Ruhestand bei „Selfmadekai“ aus. Ein Post bei LinkedIn, bei dem er über sein Leben als Privatier schrieb („Hab frei. Für immer.“), sorgte dort für über 10.000 Zugriffe. Nun also die Kehrtwende. Blasberg ist immer für eine Überraschung gut. Sicher auch bei Maxdome. (dh)

 

Foto: Medientage München