Als Filmproduzent kann man was erleben: Eben noch für History und True Crime zuständig, plötzlich auf dem Rücken eines Pferdes im Kirgisischen Gebirge. Im Auftrag der Pantaflix AG. Auf der Suche nach dem Schneeleoparden. Nur leider ist das Viecherl extrem scheu. Kirgisien, Kirgistan oder Kirgisistan. Egal. Zentralasien halt. Und ehemalige Sowjetrepublik. Was den Vorteil hat, dass man mit Russisch überall durchkommt. Wenn mans kann.

Dass das Land muslimisch ist, erkennt man maximal an ein paar Moscheen. Neben orthodoxen Kirchen. Und daran, dass morgens kurz nach vier Uhr die Stimme eines Muezzins durch Gegend wabert. Frauen in höchsten Staatsämtern, keine Kopftücher oder gar Burkas. Dafür Wodka. In rauen Mengen. Und Sangesfreudigkeit und überhaupt Spaß am Leben ist auch reichlich vorhanden. Über das Kulinarische schweigt der Autor, der bis heute nicht so genau wissen will, in was er da so reingebissen hat.

Der eigentliche Punkt ist aber, wie gehen die Menschen dort mit dem Schutz der Wildtiere um? Und was bedeutet für sie der Klimawandel? Unterstützt durch internationale NGOs wie dem Naturschutzbund, entstehen zahlreiche Projekte in diese Richtung. Besonders gefährdet ist der Schneeleopard. Zum einen, weil irgendwelche reiche Menschen auf der Welt meinen, dass sie so ein Tier für ihren Privatzoo brauchen.

Oder zumindest ein Fell haben wollen. Zum anderen, dass man in China meint, auf die Zauberkräfte zerstoßener Knochen des Tieres nicht verzichten zu können. Eigens gegründete SWAT-Teams spüren an den Grenzen Wilderer auf. Gelingt aber nicht flächendeckend in diesem zentralasiatischen Gebirgsland. Übrigens gibt’s den Schneeleoparden und die Probleme des Artenschutzes und des Klimawandels auch in Tadschikistan, Pakistan, Nepal, Buthan, der Mongolei und in China. Aber da drehen wir erst nächsten Jahr.

Vorher kommen aber noch Georgien und Armenien an die Reihe. Da wird’s dann eher künstlerisch. Aber das ist ein ganz anderes Thema. Wie gesagt, als Filmproduzent kann man was erleben. Und das ist ziemlich gut so. Man liest sich.

Andreas Weinek ist seit kurzem beim Streaminganbieter Pantaflix an Bord. Der Ex-A+E-Chef soll dort das Doku-Geschäft aufbauen. Für Clap schreibt er regelmäßig.

 

Allgegenwärtig…

Landestypisch.

Ganz wichtig!

Schneeleopard?

Fotos: Andreas Weinek