Ein weiteres Pandemie-Opfer? Nach über zehn Jahren wird der Eventmarkt auf Xing im Januar 2023 geschlossen. Von der Einstellung sind sämtliche Produkte rund um die Eventvermarktung betroffen, so CEO Petra von Stromberg bei der Vorstellung der New Work-Halbjahreszahlen gestern. Offensichtlich hat diese Maßnahme, die für viel Wirbel in den sozialen Medien sorgte, aber auch Auswirkungen auf den Standort in München.

Denn in der bayerischen Landeshauptstadt und nicht in Hamburg betreibt New Work den Service Xing-events.com. Und das bis vor einigen Jahren nicht unerfolgreich. Zumindest bis zur Corona-Pandemie wuchs Xing Events in München noch mit rund 25 Prozent pro Jahr. Dort arbeitete deswegen bislang ein größeres Team in der Münchner Maxvorstadt. Wie zu sehen hier, Clap war dort vor einigen Jahren bei einem Foto-Shooting.

Und so ganz folgenlos wird der geplante Verkauf des Ticketinggeschäfts von Xing-events.com und die Schließung des Eventmarktes auf Xing jetzt wohl nicht bleiben. Der Standort selbst soll wohl laut derzeitigen Planungen erhalten werden. Doch was geschieht mit den Mitarbeitern, die bislang für diese Services gearbeitet haben? New Work führte wohl bereits in der jüngeren Vergangenheit Gespräche mit den betroffenen Angestellten. „Für alle Kolleginnen und Kollegen gibt es Weiterbeschäftigungsangebote, sodass es keine betriebsbedingten Kündigungen gibt“, sagt ein Unternehmenssprecher zu Clap.

Um wieviele Mitarbeiter es bei diesen Gesprächen konkret gegangen ist, darüber schweigt sich das Unternehmen trotz sehr konkreter Nachfrage aus. Ebenso wenig war zu erfahren, welche Tätigkeiten diese künftig ausüben sollen und ob das auch am Standort München für diese Mitarbeiter möglich sein wird. Einige werden natürlich schon deswegen in ihrem Bereich verbleiben können, weil Xing auf seinen Webseiten weiter Eventeinladungen ermöglichen oder auch Event-Werbeprodukte anbieten möchte. Für diese Bereiche wird wohl auch kein Käufer gesucht.

Es kingt danach, als seien tatsächlich noch einige Fragen offen, bis geklärt ist, ob und an wen das Ticketing-Geschäft verkauft wird. Auch zur Zukunft der Website Xing-events.com gab es kein konkretes Statement aus der Pressestelle. Immerhin wurde auf einer Xing-Website ein neues Announcement zum Stand der Dinge veröffentlicht. Es wäre aber ein Wunder, wenn Petra von Stromberg (im Foto) nicht schon konkret mit potenziellen Käufern sprechen würde. Ansonsten wäre das gestern verbreitete Statement ja eigentlich zu früh gekommen. (dh)