Es gab mal eine Zeit, da bildeten sich am Abend lange Schlangen an einem Kiosk im Münchner Hauptbahnhof oder anderen Verkaufsstellen, an dem die „Süddeutsche Zeitung“ schon am Vorabend der Erscheinung ausgeliefert wurde. Es ging darum, früher als andere informiert zu sein. Oder schneller eine interessante Stellenausschreibung oder Mietwohnung zu entdecken. Doch dieses Phänomen gibt es schon länger nicht mehr in größerem Ausmaß.

Die Zahl der Verkaufsstellen, an denen die „SZ“ schon am Vortag ausgeliefert worden ist, hatte sich in den vergangenen Jahren bereits erheblich verkleinert. Zum Schluss wurden lediglich einige wenige Tankstellen so frühzeitig beliefert. Jetzt wird dieser Service, bei dem eine spezielle Tranche der Zeitungen direkt nach Druck mit einer speziellen Logistik in den Verkauf ging, ganz eingestellt. Eine entsprechende Information wird vom Medienunternehmen bestätigt.

Aus Kostengründen beendet der Verlag also die sogenannte „Vorabendlieferung“. Die Belieferung mit der aktuellen Ausgabe wird nunmehr ausschließlich mit der „normalen“ täglichen Presselieferung bewerkstelligt, einen Vorabendverkauf gibt es nicht mehr. Der ist aus nachvollziehbaren Gründen auch aus der Zeit gefallen. Wer heutzutage frühzeitig informiert sein möchte, kann das E-Paper der Süddeutschen Zeitung abonnieren. Dieses wird schon länger auch am frühen Abend vor Erscheinung der Zeitung am nächsten Tag den Lesern zur Verfügung gestellt. (dh)