Nicht überall, wo ein Promi für ein Produkt Werbung macht, ist der Erfolg für das Unternehmen programmiert. Es gab in der Vergangenheit etliche Engagements von Celebritys, die sich am Ende nicht auszahlten oder bei denen die Partnerschaft von vornherein gefährlich war. Wie zum Beispiel Thomas Gottschalk (o.) für Neckermann: Noch lange bevor Neckermann damals den Katalogversand einstellte, warb der ewige Sonnyboy für den Versandhandel als „Marktoffensive in einer neuen Dimension“, wie das Unternehmen damals ankündigte. Genützt hat es letztlich nix. Mitte 2012 stellte die Neckermann GmbH beim Amtsgericht Frankfurt den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

Weitere besonders fragwürdige Beispiele für Testimonial-Werbung sehen Sie im Folgenden:

Axel Schulz für Getgoods
Das börsennotierte Unternehmen Getgoods meldete Mitte November 2013 Insolvenz an. Ob Boxer Schulz, der nur wenige Monate davor in einem Werbespot für die E-Commerce- Firma warb, durch die Pleite finanziell Schaden nahm oder mit einem blauen Auge davonkam, ist bis zum heutigen Tag nicht bekannt.

Schulz

Lukas Podolski für Solarworld
Bereits als die Krise in der Solarbranche einen langen Schatten warf, ließ sich der Fußballer zu einem Engagement bei dem Bonner Öko-Unternehmen hinreißen. In den Spots, die unter anderem auf n-tv liefen, erklärte Poldi die Solartechnologie mit einfachen Worten: „So wie der Fußballer den Ball direkt annimmt und im Tor versenkt, so direkt speist auch eine Solarzelle die Sonnenenergie ins Stromnetz.“

Podolski

Dieter Bohlen für Makro Markt
Auch Dieter Bohlen ist nicht unfehlbar. Mit dem Hitproduzenten als Testimonial ging es für die Elektromarktkette 2004 nicht großartig bergauf, die Zusammenarbeit wurde vorzeitig beendet. Die Marke Makro Markt ist längst Geschichte. Die Zeitschrift „Absatzwirtschaft“ jedenfalls stufte Bohlen kurze Zeit später als Werbetestimonial mit hohem Risiko ein.

Bohlen

Boris Becker für Praktiker
Nicht einmal Boris Becker als TV-Werbefigur konnte der Baumarktkette helfen. Eigentlich sollte die Tennislegende ab 2011 die „strategische Neupositionierung begleiten“. Nachdem die Sanierer zu Praktiker kamen, strichen sie die TV-Werbefigur sogleich von der Gehaltsliste. Praktiker gibt’s nicht mehr, an die 20 Prozent Rabatt-Werbe-Aktionen werden wir uns immer erinnern.

Becker

Günther Jauch für Quelle
In Zusammenhang mit der Insolvenz der Arcandor AG wurde das Versandunternehmen Quelle vor einigen Jahren aufgelöst und in Teilen verkauft. Davon konnte TV-Moderator Günther Jauch im Jahr 2004 noch nicht wirklich was wissen. Aber so ein Amazon-Manager muss heute bestimmt grinsen, wenn er sieht, wie Jauch 2004 in den TV-Spots in heimeliger Atmosphäre im Quelle-Katalog genüsslich blätterte.

Jauch

Rudi Völler für Teldafax
„Wechseln is’ ’n Klax mit Teldafax“, postulierte einst Rudi Völler in diversen TV-Spots für das Energieunternehmen. Hoffentlich sind nicht allzu viele seinem Rat gefolgt. Im Juni 2011 stellte Teldafax beim Amtsgericht Bonn Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.

Voeller

Harald Schmidt und Verona Pooth für Karstadt
Im Bereich „stationärer Einzelhandel“ engagierten sich einst Harald Schmidt und Verona Pooth. Wer kann diese wilden Spots je vergessen. Das lange Siechtum des Warenhauskonzerns begann lange nachdem die Stimmen der beiden Ulknudeln verhallten.

Schmidt-Pooth

(dh) Fotos: Youtube