Ende März stellte eine interne „Spiegel“-Mitarbeiterbefragung dem Unternehmen und seiner Führung katastrophale Noten aus und gelangte an die Öffentlichkeit. Nun äußert sich „Spiegel“-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer in dem am 25. Mai 2016 erschienenen Porträt im People-Magazin „Clap“ zum Thema: Über den internen Vertrauensbruch ärgert sich der Spiegel-Chefredakteur „in Maßen“. Allerdings, nach gut 15 Monaten im Amt, habe Brinkbäumer geglaubt, „dass wir weiter waren und sind“. Weiter sagt er im Porträt: „Indiskretionen beschädigen das Binnenklima, aber bei uns sind sie selten geworden.“ Dass einer etwas durchstecke, damit müsse man unter Journalisten rechnen, weil Journalisten mit Journalisten redeten und mit Informationen handelten, kommentiert der „Spiegel“-Chef. „Das Risiko sind wir mit dem Innovations-Report eingegangen, und deswegen ist das nicht so desaströs“, so Brinkbäumer.

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Und für den Spiegel selbst hat Brinkbäumer, der bekannter Maßen für ein halbes Jahr in Klausur gegangen ist, viele Pläne. Zu „Clap“ sagte er, er wolle nun weiter Hierarchien einebnen und eine Start-up-Kultur etablieren. Ihm schwebt ein „neues Zusammenspiel zwischen Online, Print und TV vor, wir wollen eine Multimedia-Firma werden“. Das soll, wie die „Agenda 2018“ skizziert, binnen zwei Jahren Kräfte freisetzen. Das „Alpha-Gehabe“ im „Spiegel“-Führungsgremium sei unterdessen Vergangenheit, schon „weil sich die Zahl der Aufgaben und täglich zu treffenden Entscheidungen vervielfacht“ habe. Er selbst hält sich lieber im Hintergrund, sieht sich vor allem als Führungsspieler, der ein Match liest und auch mal entscheidet. Das komplette Porträt lesen sie im aktuellen Clap-Magazin. Hier geht es zur Bestellung. (Daniel Häuser, Bijan Peymani)

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Fotos: Alexander von Spreti