Das hat in der Content-Marketing-Welt in dieser Woche für Aufmerksamkeit gesorgt. Die Schlütersche Verlagsgesellschaft beteiligt sich an d.Tales, der Agentur von Gründer Klaus Eck. Das sind natürlich unruhige, aber auch spannende Zeiten. Wir sprachen mit Eck, welche Veränderungen sich persönlich für ihn ergeben haben.

Herr Eck, wieviele Anrufe haben Sie denn nach Ihrer Meldung am Dienstag bekommen?

Eck: Telefonieren, was ist das noch einmal? Über den Facebook Messenger kam sehr viel positives Feedback. In meiner Welt findet die Kommunikation überwiegend in der Social Media Welt statt. Ich bin mit der Resonanz, die wir in den Medien sowie auf Twitter, Facebook und Co. erhalten haben, sehr zufrieden und dafür dankbar.

Freut man sich dann über den Zuspruch oder ist es eher eine Belastung, weil Sie sich ja noch mitten im Transformationsprozess befinden?

Eck: Zum Glück hielten sich die Telefonate selbst in Grenzen. Asynchrone Kommunikation ist mir ohnehin viel lieber, weil ich dadurch selbst entscheiden kann, wann und wie ich reagiere. In gewisser Weise erinnert mich der Einstieg der Schlüterschen als Investor an einen Geburtstag und die Glückwünsche, die man daraufhin oft auf Facebook erhält.

Jetzt beginnt für sie nach langen Jahren der Selbstständigkeit eine neue Zeitrechnung. Gehen Sie deshalb seit Anfang der Woche mit einer anderen Stimmung ins Büro?

Eck: Das Neue ist etwas Gutes, was ich generell immer gerne annehme. Ich habe mich im Jahre 2000 selbstständig gemacht, war aber natürlich niemals völlig unabhängig. Als Dienstleister fühle ich mich immer meinen Kunden und Mitarbeitern verantwortlich. Als geschäftsführender Gesellschafter bleibe ich weiterhin der Entscheider bei d.Tales, bin aber natürlich nun auch dem neuen Gesellschafter verpflichtet. Dieser Verantwortung stelle ich mich gerne, zumal ich auf das Netzwerk der Schlüterschen Verlagsgesellschaft gespannt bin und mich auf die Zusammenarbeit freue.

Fühlen Sie sich jetzt weniger unabhängig als zuvor? Immerhin verschwindet ihr Name auch aus der offiziellen Firmenbezeichnung.

Eck: Bisher war das Eck im Namen eine Notlösung, die auf meine langjährige Praxis in der Online-Welt zurückzuführen ist. Ich bin in der Branche nicht ganz unbekannt, deshalb wäre es früher dumm gewesen, darauf in der Unternehmensbezeichnung zu verzichten. Doch inzwischen habe ich den Eindruck, dass d.Tales als Marke genügend etabliert ist, sodass mein Ego in den Hintergrund treten darf. Wir erreichen unsere Kunden sehr gut über unsere eigenen Content-Marketing-Maßnahmen.

Sie waren in den letzten Jahren vor allem durch ihre beratende Tätigkeit extrem viel unterwegs und haben auch ihre Bahn-Card bis an die Grenzen ausgereizt. Werden Sie nun öfter im Büro sein als früher?

Eck: Ich bin immer gerne auf Reisen und schätze den Komfort einer Bahnfahrt. In Zukunft werde ich häufiger im eigenen Büro anzutreffen sein. Allerdings gehört es zum Content-Strategie-Business dazu, sich eng mit den Kunden abzustimmen und das persönliche Gespräch zu suchen. Dazu muss ich aber selbst oft nicht vor Ort sein. Denn unsere Kunden schätzen die Kompetenzen meiner d.Tales-Mitarbeiter, die an meiner Stelle beim Kunden sind.

Das Thema Content Marketing ist für die Verlagsbranche extrem wichtig geworden, wenn man beispielsweise die Mehrheitsbeteiligung bei C3 durch Burda Anfang des Jahres im Hinterkopf hat. Erwarten Sie auf diesem Gebiet in den nächsten Jahren weitere Übernahmen?

Eck: Für Verlage ist es sinnvoll, sich im Bereich Content Marketing gut aufzustellen, damit sie zukunftsfähiger werden. Neue Erlösmodelle sind bei einem schrumpfenden Anzeigenmarkt sehr attraktiv. Aus diesem Grunde bin ich mir sogar sicher, dass es noch viele Übernahmen geben wird.

Disclaimer: Der Interviewer hat wie Klaus Eck ein Büro in der Münchner Elsenheimer Straße 57.