Wer jemals schon in New York gewesen ist, weiß um die Präsenz des Glamour-Verlags Condé Nast in der Weltstadt. An vielen Stellen fliegen dort Fahnen mit dem Logo des Medienunternehmens. Es könnte aber sein, dass diese bald umgehängt werden müssen. Es steht wohl ein Umzug vor der Tür, wie amerikanische Medien berichten.

Es ist eine der exklusivsten Adressen überhaupt, in der Condé Nast residiert. Seit einigen Jahren ist das Unternehmen im One World Trade Center beheimatet, stolze 21 Stockwerke wurden gemietet. Das teure Unterfangen könnte bald Geschichte sein: Wie die „New York Post“ heute berichtet, sei der Verlag „in Gesprächen darüber, den Mietvertrag im One World Trade Center an die aktuellen Marktbedingungen und die laufenden Bedürfnisse an diesem Standort anzupassen“, so ein Statement. Der Verlag erwäge „alternative Lösungen, um die Anforderungen zu erfüllen“. 

Eine alternative Lösung könnte scheinbar sein, dass Condé Nast nach Midtown Manhattan umzieht. Angeblich lotet CEO Roger Lynch das gerade aus. Seit dem Ausbruch des Corona-Virus im März sind viele Mitarbeiter wohl auch im Home Office, viele Büros stehen an dem exklusiven Standort also seitdem leer. Ursprünglich beschäftigt der Publisher von „Vogue“, „The New Yorker“, „Vanity Fair“ und „GQ“ nach eigenen Angaben im One WTC 3.500 Mitarbeiter. Wie viele es aktuell sind bleibt unklar. Hier ist zu sehen, wie luxuriös sich beispielsweise die Redaktion von „Vogue“-Chefredakteurin Anna Wintour dort eingerichtet hat. Fakt ist, dass in Amerika in den letzten Monaten wohl etliche Mitarbeiter den Turm verlassen mussten und tausende Quadratmeter untervermietet wurden. Bereits zuvor wurden auch Printmagazine eingestellt.

Gibt es einen Zusammenhang mit der Tatsache, dass McKinsey für das Unternehmen im Einsatz gewesen ist? Condé Nast International sagt hinsichtlich dieser Clap-Information, dass die Unternehmensberatung speziellere Einsatzgebiete hatte. „Das letzte Engagement, das Condé Nast mit McKinsey hatte, wurde Anfang dieses Jahres abgeschlossen und beschränkte sich auf eine spezifische Analyse des Werbe- und Videomarktes“, heißt es offiziell aus New York. Bereits im Jahr 2009 hat McKinsey das gesamte Verlagsgeschäft durchleuchtet und das Geschäftsmodell auf den Prüfstand gestellt. Und auch in Deutschland hatte das Auswirkungen. (dh)

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