Das Zweite setzt auf seiner „ZDFheute“-Plattform jetzt verstärkt auf Livestreams, die vom früheren „heute+“-Moderator Daniel Bröckerhoff präsentiert werden. Bisher waren online vor allem Ausschnitte aus bestehenden Beiträgen, Hochkant-Videos und interaktive Storys zu sehen.

Die online-exklusiven Livestreams werden seit dem Sommer von der „ZDFheute“-Redaktion realisiert. Zudem hat der Sender sein im Frühjahr gebildetes Team aus „Faktencheckern“ aufgestockt. Täglich sind zwei Mitglieder im „ZDFheuteCheck“-Dienst. Sie liefern aktuelle Recherchen sowie Analysen und prüfen Falschmeldungen – in den vergangenen Monaten häufig zum Thema Corona und Verschwörungserzählungen.

Insgesamt wurden so laut ZDF „seit Januar weit über 100 Geschichten veröffentlicht“. Neben der Recherche eigener Inhalte hat das Team gemeinsam mit Kollegen der ZDF-Dokumentationsabteilung den Auftrag, in großen „Breaking-News“-Lagen User Generated Content unter anderem für „ZDFheute“ und die ZDF-Sendungen zu verifizieren

Mit ihren Anstrengungen reagieren die Mainzer auf den digitalen Wandel und eine veränderte Zuschauererwartung. Wie Bettina Schausten als Leiterin der Hauptredaktion Aktuelles einräumt, habe das ZDF relativ spät erkannt, dass es im Zuge der Digitalisierung nicht länger nur Sender, sondern ebenso Empfänger sei. Unter Schaustens Führung arbeitet das rund 300-köpfige Team auf dem Lerchenberg deshalb intensiv daran, sein Nachrichtenangebot zu modernisieren – nicht zuletzt, um wieder mehr jüngere Zielgruppen zu erreichen.

Im Zuge des Ende März dieses Jahres erfolgten Umbaus von heute.de zur zentralen Online-Plattform liefert die „ZDFheute“-App auch dem mobilen Nutzer Informationen und Hintergründe. Flankiert wird der digitale Auftritt von der „heute“-Redaktion für die News am Tag und der Redaktion des „heute-journals“, die sich um alle Neuigkeiten am Abend kümmert – das „heute-journal update“ eingeschlossen.

Die Spätausgabe des Flaggschiff-Magazins geht seit Anfang September fünf Mal pro Woche um Mitternacht auf Sendung. Schausten sieht den „heute+“-Nachfolger, der künftig auch mit Interviews aufwartet, als Teil einer vor mehr als einem Jahr angestoßenen größeren Strukturveränderung, die auf eine Verzahnung von linearen und digitalen Angeboten baut. Neben „ZDFheute“ und der begleitenden App gehört auch ein neu gestaltetes Informationsangebot auf den populären Social-Media-Kanälen dazu.

Text: Bijan Peymani

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