Es wird ein digitaler Weg sein, den Condé Nast künftig beschreiten will. Darüber gibt es keinen Zweifel mehr nach der Bekanntgabe der Umstellung der Erscheinungsweise der deutschen Hefte „Glamour“, „GQ“ und „Vogue“. Vor allem letzteres Magazin steht für den Verlag wie kein anderes. Die Änderung der Frequenz auf acht statt zwölf Mal pro Jahr ab 2021 hat wohl deutliche Konsequenzen auf die künftigeren Strukturen bei den Münchnern.

Ob die langjährige Chefredakteurin den neuen Weg mit beschreiten wird, scheint laut Branchenexperten bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ganz klar zu sein. „Christiane Arp ist unverändert Markenverantwortliche und Chief Creative Director der Vogue“, heißt es aus dem Unternehmen. Für den Moment hat sich also nichts geändert, Gerüchte zu einem möglichen Weggang möchte der Verlag nicht weiter kommentieren. Zumindest scheint aber die Entwicklung bei der Print-„Vogue“ gerade positiv zu sein: im Einzelverkauf konnte die Fashion-Bibel im zweiten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund zehn Prozent zulegen.

Es ist schon sehr lange her, dass Arp bei Condé Nast angefangen hat. 2002 wurde sie von der damaligen Chefin Angelica Blechschmidt als stellvertretende Chefredakteurin zur deutschen „Vogue“ geholt, damals residierte der Verlag noch in der Schwabinger Ainmillerstraße. Ab März 2003 leitete Arp die Chefredaktion der Modezeitschrift. Zuvor war die gebürtige Stinstedterin Modechefin bei der inzwischen eingestellten „Amica“ und Ressortleiterin beim Hamburger „Stern“. (dh)

Foto: Condé Nast