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Mit dabei im neuen Heft ist auch ein Interview mit ntv-Wirtschaftschef Uli Reitz (im Foto rechts). Er feierte vor kurzem mit seiner Telebörse 75.000 Sendungen. Zahlenmäßig also irgendwie passend zur 75. Clap-Ausgabe. Einen Ausschnitt aus dem Interview lesen Sie hier:

Clap: Die 50.000. Folge der Telebörse wurde 2014 in einem Partyraum mit einem Fass Kölsch zünftig gefeiert. Bei der 75.000. Sendung konnten Sie nur virtuell anstoßen?

Reitz: Leider! Wir haben aber Corona-gerecht remote gefeiert. Und die große Feier werden wir dann nachholen, wenn sich das Infektionsgeschehen im kommenden Jahr entspannt.

Clap: Bad News are good News. Diese Binsenweisheit ist sicherlich für das Corona-Jahr 2020 nicht ganz unzutreffend. Ist ntv ein Krisengewinner?

Reitz: Der Informationsbedarf bei einer Pandemie ist natürlich besonders groß. Das spüren wir bei ntv genauso wie die Kollegen bei anderen Formaten. Aber es stimmt schon – wir bei ntv haben durch eine großartige Leistung des gesamten Teams von der aktuellen Nachrichtenlage deutlich profitiert. ntv hat in diesem Jahr vor allem bei den jüngeren Zuschauern zwischen 14 und 49 Jahren um 54 Prozent zugelegt und digital mit bis zu 27,27 Millionen Unique User pro Monat im März ein neues Alltime-High erzielt.

Clap: Sie gehören zum Stammpersonal. Markus Koch, Raimund Brichta oder Katja Dofel arbeiten allerdings noch viel länger als Sie für die Telebörse. Wäre ntv-Urgestein Friedhelm Busch nicht in Rente, wäre er vermutlich auch noch bei der Sendung. Sie sind auch schon seit 2011 dabei. Wie ist die ungewöhnliche Beständigkeit zu erklären?

Reitz: Wir sind das Original aller Wirtschafts- und Finanzsendungen im deutschen Fernsehen. Die Marke ist dieselbe geblieben, die Inhalte entwickeln wir aber kontinuierlich und innovativ weiter. Nah an der Wirtschaft, gleichzeitig aber auch nah an den Menschen. Wir testen hier immer wieder neue Genres, aus denen manchmal sogar eigenständige Formate werden. So sind z.B. die Startup News und das Startup Magazin entstanden. Insgesamt produzieren wir über 20 Telebörse-Ausgaben mit knapp 4 Stunden Sendezeit pro Werktag – so umfangreich berichtet kein anderer Sender im deutschsprachigen Raum über Wirtschaftsthemen. Und das seit Jahren. Der Anspruch an Aktualität, die Herausforderung, Wirtschaftsgrößen und Experten vor die Kamera zu bekommen, halten mein Team und mich unter Strom. Tja, vielleicht der Suchtfaktor dieser Sendung, der uns alle verbindet. Gleichzeitig ist ein respektvoller, fairer Umgang mit unseren Gesprächspartnern unabdingbar

Clap: Durch Zufall habe ich Friedhelm Busch letztes Jahr in Marbella in einem Café, natürlich mit einer „FAZ“ in der Hand, gesehen. Gibt es noch Kontakt zu dem Mann, der so gerne die „Busch-Trommel“ rührte?

Reitz: Ja, aber leider zu selten. Vergangene Woche haben wir es geschafft, mal wieder zu telefonieren. Ich habe ihn zur geplanten Jubiläumssendung eingeladen – und er hat sofort zugesagt. Ich kann Ihnen versichern: Er ist noch immer ganz der Alte – aufgeweckt, keck und meinungsstark.

Clap: Sie kommen aus dem Printgeschäft. Waren mit „Capital“, „Wirtschaftswoche“ und „Welt am Sonntag“ bei drei verschiedenen Verlagen. Aber nun sind sie schon seit etlichen Jahren beim TV. Was macht eigentlich ein Fernsehformat wie die Telebörse besser als die Wirtschaftspresse?

Reitz: Für mich ist der Wirtschaftsjournalismus im TV die Königsdisziplin. Bei einem Medienvergleich sollte man aber nicht von besser oder schlechter sprechen. Fernsehen ist sehr unmittelbar und schnell. Mein Anspruch an Journalismus ist über alle Medien hin gleichgeblieben. Ich habe beim Rundfunk angefangen, somit ist Fernsehen zusammen mit unseren Digital-Formaten die Komplettierung der Mediengattungen. Diese Erfahrungen darf nicht jeder Journalist sein Eigen nennen. Mir helfen sie, auch bei der Einordnung von Themen.

Das komplette Interview lesen Sie im kommenden Magazin.

 

Interview: dh

Foto: RTL Mediengruppe