Der Weggang von Kommunikationschef Moritz Wetter deutete es bereits an: Bei Sky Deutschland läuft gerade eine neue Personalwelle, insbesondere auf der Vice President-Ebene. Wie Clap erfahren hat, geht nun auch Sky Media-Chef Thomas Henkel, für ihn übernimmt Evelyn Rothblum. Aber es verlassen noch einige weitere bekannte Namen den Sender. Das hört Clap von mehreren übereinstimmenden Quellen. 

Ab Mai, also schon in wenigen Tagen, übernimmt Rothblum die Verantwortung für Sky Media in Deutschland und Italien. Sie wird aber voraussichtlich nicht von Unterföhring, sondern von Mailand aus operieren. In ihrer neuen Funktion berichtet sie an Chief Business Officer Patrick Béhar nach London, der die Aktivitäten für den italienischen und deutschen Markt koordiniert.

Die Londonerin Rothblum war von 2008 bis 2018 fast zehn Jahre bei McKinsey. Danach ging sie zum britischen Spielepublisher King Digital Entertainment (unter anderem Candy Crush Saga).

Die MBA-Absolventin Rothblum hat viel internationale Erfahrung gesammelt hat, auch in New York. Deutschland ist ihr aber nicht fremd, sie wurde in München geboren. Zumindest keine so schlechten Voraussetzungen für einen Job, der sich auch in Unterföhring abspielt. Welche Konsequenzen die Personalie auf die werblichen Aktivitäten des Pay-TV-Unternehmens haben werden, bleibt abzuwarten.

Bei einigen Sky Deutschland-Beobachtern wird angenommen, dass die Unternehmensberater und deren Herangehensweise noch stärker der Maßstab für die künftigen Entscheidungen sein werden. Das zeigt auch der Weggang von Thomas Henkel (im Bild oben) und die Personalie Rothblum. Henkel übernahm erst Mitte vergangenen Jahres die Aufgaben von Jacques Raynaud, der das Unternehmen bereits vor einigen Monaten verlassen hat. Clap berichtete.

Henkel war seit Januar 2017 Executive Vice President Strategy und damit Teil des Executive Management Teams. Als Strategiechef wirkte er unter anderem maßgeblich am Übergang von Sky Sport News HD ins Free-TV mit.

Auch Roger Schneider geht. Der frühere Senderchef vom Sender Das Vierte war fast neun Jahre lang bei Sky Deutschland. Er war zuletzt Director Finance Content, Sports and Sky Media. Seine Tätigkeit wird wohl auch nach London verlagert, beziehungsweise nicht mehr in Unterföhring gemanagt. Auch Schneiders Finanzkollegin Angela Popp wird wohl das Unternehmen verlassen, sie war bislang Vice President Accounting & Taxes.

Und es gibt auch noch eine weitere Personalie auf der Vice President-Ebene: Matthias Hahn soll wohl auch gehen. Er wirkte seit 2016 als Vice President Commercial Distribution. Wer seine Aufgaben übernehmen wird ist bislang unklar. Hahn ist ein alter Haase im Pay-TV-Geschäft. Er wirkte seit 2007 in verschiedenen Führungsaufgaben beim Pay-TV-Sender.

Berichtet wird, dass Stephen van Rooyen, Executive Vice President und CEO für Großbritannien und Europa, den deutschen Markt bislang eher im Fokus hatte als den italienischen. Er lässt sich sogar Anzeigenentwürfe aus Deutschland schicken. Das wird sich möglicherweise etwas ändern müssen. Nach dem kürzlichen Rücktritt von Sky Italia-CEO Maximo Ibarra wird van Rooyen die italienische Zentrale in Mailand interimistisch leiten. Ein neues Element im Personalgefüge und im zukünftigen Kurs ist Dana Strong, von der noch einiges erwartet wird. Strong, ein Comcast-Gewächs, ist seit Anfang Januar 2021 neue Group-CEO.

Viele Berater, weniger bekannte Pay-TV-Gesichter, kaum Eigenständigkeit. Die weitere Zentralisierung in Richtung London steht also nach der Übernahme von Comcast bei Sky Deutschland weiter im Vordergrund. Manager mit deutschem Pass haben derzeit schlechte Karten. Die Unternehmensberater von McKinsey geben den Ton an. Wohin steuert Sky Deutschland mit Comcast? Eventuell, so wird berichtet, kommt NBC Universal (Anfang 2013 von Comcast übernommen) nun stärker in Deutschland und international gesehen ins Spiel. Immerhin sei dort viel Know How im operativen Fernsehgeschäft und bei der Vermarktung von linearen TV-Sendern vorhanden. 

Text: dh

Fotos: Sender