Der Tonfall wird rauer: In dieser Woche wandte sich Gerrit Rabenstein, Head of News and Publishing Partnerships bei Google, in einer Botschaft im Google Newsblog sehr direkt an die Verwertungsgesellscaft Corint Media. Die Verwertungsgesellschaft fordert bekanntlich von Google und Facebook 610 Millionen Euro in 2022 für die Nutzung von Presseinhalten. 

Rabenstein gab sich in seinem Statement selbstbewusst und lösungsorientiert: „Wir … verhandeln auch weiterhin mit der Verwertungsgesellschaft Corint Media. Dabei haben wir unsere Vorschläge für einen Lizenzvertrag übermittelt. Wir bieten Corint vergleichbare Konditionen an wie Verlagen, mit denen wir bereits Verträge abgeschlossen haben.“ Der deutsche Google-Verlagsexperte hätte es dabei belassen können, schiebt aber dennoch nach: „Wir sind jedoch besorgt, dass Corint weiterhin wirtschaftliche und rechtliche Fakten ignoriert und stattdessen auf haltlosen Forderungen beharrt. Trotz alledem bleiben wir verhandlungsbereit und hoffen, in weiteren Gesprächen eine konstruktive Lösung zu finden.“

Konstruktive Lösungen? Es muss gute Gründe geben, warum die Gespräche mit Corint Media nicht so richtig vorankommen. Immerhin laufen die Verhandlungen schon seit etlichen Monaten. Die konkreten Forderungen stehen mindestens schon seit Juni letzten Jahres im Raum. Passiert ist seither zwischen den beiden Parteien noch nicht so viel. Einen so direkten Draht zu Corint Media, wie Rabenstein es nahelegt, scheint es nach Clap-Recherchern aber gar nicht zu geben.

Jedenfalls ist Corint Media-Geschäftsführer Christoph Schwennicke wenig begeistert von Rabensteins Veröffentlichung: „Die Aussage von Herrn Rabenstein ist insofern gelinde gesagt unpräzise, als Google uns eben keine Konditionen angeboten hat. Vielmehr haben wir Google vor Wochen eine konkrete Forderung genannt und einen entsprechenden Vertragsentwurf mit einer konkreten Zahl geschickt. Etwas auch nur annähernd ebenso Konkretes ist uns Google aber bislang schuldig geblieben“, sagt Schwennicke. Es müssen wohl noch etliche weitere Kapitel geschrieben werden, bis es zu einer Lösung zwischen Corint Media und dem Suchmaschinenriesen kommt. (dh)

Foto: Corint Media/Google