Während der gestrigen Präsentation der Quartalszahlen von Readly fast untergegangen ist der plötzliche Weggang der Readly-Chefin. Maria Hedengren zählte zu den bekanntesten ausländischen Medienmanagern im deutschsprachigen Raum. Sie kannte fast jeden Verlag zwischen Hamburg und München. Weil sie während ihrer CEO-Tätigkeit eine Reihe von größeren Magazintiteln für Readly unter Vertrag nehmen konnte. Und sie war eine gefragte Gesprächpartnerin, weil ihr Unternehmenskonzept viel Zukunftspotenzial verhieß.

Der Grund für ihren Weggang bleibt im Statement im unklaren. Dort heißt es lediglich: „Maria Hedengren, CEO, ist am 31. Januar als CEO zurückgetreten und hat die Verantwortung an Interim-CEO Mats Brandt übergeben. Maria Hedengren wird dem Aufsichtsrat während ihrer Kündigungsfrist von 12 Monaten weiterhin zur Verfügung stehen.“

Etwas Neues hat sie wohl noch nicht, jetzt kommt womöglich erstmal eine Auszeit. Dafür spricht ein neuer Eintrag im Business-Netzwerk LinkedIn. Dort schreibt sie: „Ich weiß nicht, was mich hinter der nächsten Ecke erwartet. Für jemanden, der so extrem ziel- und ergebnisorientiert ist wie ich, ist das ein seltsames Gefühl. Ich habe seit über 20 Jahren keine richtige Auszeit mehr gehabt. Ich war immer in Bereitschaft. Jetzt ist es an der Zeit, dass ich versuche, den Pausenknopf zu drücken. Das heißt, wenn meine rastlose Seele es zulässt. Wer weiß, wo ich als nächstes auftauchen werde.“

Nach 20 Jahren ist eine Auszeit sicher nachvollziehbar. Mit Hedengren geht übrigens auch Joakim Johansson, der bislang Chief Technology Officer gewesen ist. Womöglich wird also ein neuer CTO die Readly-App demnächst weiterentwickeln. Etliche Marktbeobachter meinen, dass dies einer der nächsten Schritte sein müsste. Es spricht jedenfalls vieles nach der Ära Hedengren für eine Umorientierung bei dem Anbieter der Zeitschriftenflatrate, der in einem umkämpften Markt unterwegs ist. (dh)

Foto: Readly