Die wirtschaftliche Situation verschlechtert sich bei den Zeitschriftenverlagen zunehmend. Laut einer Mitteilung vom MVFP in dieser Woche seien 30 Prozent der Zeitschriften bis 2024 in ihrer Existenz stark gefährdet, wenn sich an der aktuellen Situation nichts ändert. Es gibt kriegsbedingte Kostenexplosionen bei den Energie- und Papierpreisen und natürlich die immer steigenden Preise bei der Post für den Versand der Hefte.

Eines der wenigen kurzfristigen Möglichkeiten um den steigenden Kosten zu entgehen ist die Erhöhung der Copypreise. Bei den „Bild“-Zeitungstiteln wird Axel Springer deshalb punktuelle Erhöhungen einiger Copypreise vornehmen. So werden Regionalausgaben teurer. Bild Hamburg, Bild Hannover, Bild Frankfurt, Bild Stuttgart, Bild München aber auch „B.Z.“ und „B.Z. am Sonntag“ sind künftig für 1,10 Euro statt 1 Euro erhältlich, Bild Düsseldorf und Bild Köln kosten künftig 1,20 Euro. Wirksam wird das Ganze ab nächsten Montag, also ab dem 2. Mai. Die Bundesausgabe von „Bild“ bleibt zunächst stabil bei 1 Euro. Und auch bei den Zeitschriften der Bild-Gruppe sind derzeit keine kurzfristigen Preiserhöhungen geplant.

Die bundesweit erscheinenden Titel „Bild am Sonntag“ und „Welt am Sonntag“ werden allerdings nicht verschont. „BamS“ geht zum 1. Mai 2022 von 2,45 Euro auf 2,65 Euro und „WamS“ von 4,80 Euro auf 5 Euro. Zu den Preismaßnahmen sagt ein „Bild“-Sprecher: „Der Papiermarkt ist, wie viele Rohstoffmärkte, derzeit eine besondere Herausforderung, der sich durch den russischen Krieg in der Ukraine und die damit verbundenen Sanktionen auch noch verschärft. Dabei geht es nicht nur um die Preisentwicklung, sondern um eine wirkliche Knappheit. Steigende Energiepreise und die gestiegenen Papierpreise sorgen aktuell für einen steigenden Druck auf die Wirtschaftlichkeit der gesamten Branche.“

Bereits vor etwa einem Monat erhöhte ein anderer Big Player den Preis: „Der Spiegel“ erhöhte von 5,80 Euro auf 6,10 Euro. In der jüngeren Vergangenheit lief der Hamburger Titel immer im Gleichschritt mit der „Zeit“. Es wäre nicht verwunderlich, wenn demnächst am Speersort auch nachgezogen wird.

Auch einige andere Schwergewichte der Zeitschriftenlandschaft erhöhten vor kurzem, vor allem bei der Bauer Mediagroup und bei Burda ist das zu beobachten: So kosten beispielsweise seit heute „TV Movie“ und „TV Spielfilm“ zehn Cent mehr. (dh)