Comcast erwägt offenbar einen Verkauf seines Pay-TV-Geschäfts in Deutschland – diese Bloomberg-Nachricht ist vor kurzem in das deutsche Mediengeschäft eingeschlagen wie eine Bombe. Es wird heiß darüber diskutiert, wie dieser Fall ausgehen könnte. Wer könnte bei diesem Spezial-Angebot zuschlagen? Dabei liegt Sky Deutschland wohl schon länger auf dem Tisch von potenziellen Investoren, die Sky Deutschland übernehmen könnten. Nach Clap-Infos hat sich wohl auch die Deutsche Telekom den Fall angeschaut.

Die Telekom und Sky Deutschland – wäre das denkbar? Zumindest gab und gibt es seit geraumer Zeit bereits eine enge Partnerschaft. Beide haben noch im September letzten Jahres eine langfristige Partnerschaft bekanntgegeben, um beispielsweise MagentaTV-Kunden den Streaming-Dienst Sky Ticket auf MagentaTV-Geräten zur Verfügung zu stellen. Wegen der Partnerschaft ist also die Sky Ticket-App auf dem MagentaTV-Stick verfügbar. MagentaTV-Kunden können das Streaming-Angebot direkt über MagentaTV buchen. Weitere Synergien wären hier möglich.

Dagegen sind die Berührungspunkte bei den jetzt gehandelten Übernehmern nicht unbedingt größer, eher sogar kleiner. Zumindest lässt sich das über den derzeitig gehandelten Favoriten 1&1 sagen. Das Dommermuth-Unternehmen bewegte sich selten im engeren Dunstkreis des deutschen TV-Business. Bei der aktuellen ProSiebenSat.1-Spekulation ist das sicher etwas anders, hier gibt es nicht nur die örtliche Nähe in Unterföhring. Sondern natürlich auch die bekannte Leo Kirch-Vergangenheit.

Allerdings machten die beiden Unternehmen in der jüngeren Vergangenheit selten zusammen Geschäfte. Von möglichen Partnerschaften ist bislang nichts zu hören gewesen. Immer noch steht beispielsweise die Aufschaltung des ProSiebenSat.1-Streaming-Dienstes Joyn auf der Sky Q-Plattform im Raum, die aber bisher nicht zustande gekommen ist. Ansonsten ist ja fast jeder relevante Player auf der Plattform dabei.

Jedenfalls scheint das Interesse der Telekom zum jetzigen Zeitpunkt abgeflaut zu sein, derzeit bieten die Bonner angeblich nicht mehr mit, hört Clap aus unterschiedlichen Quellen. Das lässt insofern aufhorchen, alsdass die Lösung ohne die Telekom vielleicht gar nicht mehr solange auf sich warten lässt. Und die Bonner schauen sich das Spektakel, falls nichts Außergewöhnliches dazwischen kommt, aus sicherer Entfernung an. (dh)

Last Updated on 11. November 2022 by Daniel Häuser