Der 28. November 2011 lässt sich rückblickend getrost als Zäsur für Gruner + Jahr werten. Es ist der Tag, als der Verlag Julia Jäkel zur neuen Supermanagerin ernannte. Seither ist personell gesehen in Hamburg kaum ein Stein auf dem anderen geblieben. Scheibchenweise wurde die komplette alteingesessene Führungsriege am Baumwall ausgetauscht. Mittlerweile haben die meisten bekannteren Namen die Norddeutschen verlassen. Eine Zusammenfassung:

Volker Breid Den Anfang machte der joviale Ex-Chef der Sparte Frauen, Familie und People, der zur Motor Presse nach Stuttgart abkommandiert wurde und im Frühjahr 2012 Ruheständler Friedrich Wehrle ersetzte.

Andreas Lebert Nach über zehn Jahren verließ der anerkannte Blattmacher den Frauentitel Brigitte im August 2012. Vorübergehend rückte die damalige Allzweckwaffe Stephan Schäfer an seinen Platz.

Peter Lewandowski Oktober 2012: Nach fast elf Jahren legte der Chefredakteur Gala und Gala Men sowie Herausgeber von Gala Style und Gala Wedding seine Ämter nieder. Nachfolger wurde der ehemalige Max-Chefredakteur Christian Krug, der die „digitale Transformation“ der Marke Gala vorantreiben soll. Gala-Vize-Chefredakteurin Astrid Saß wechselt im September 2013 als Chefredakteurin zum Klambt-Titel  Grazia.

Ingrid Haas Nach dem Aus für die Wirtschaftspresse verließ Haas das Printmedienhaus im Januar 2013. Sie gehe „im Guten“, betonte Haas bei ihrem Abgang.

Andreas Petzold Ebenfalls Anfang 2013 gab er die Chefredaktion des Stern ab, um sich fortan verstärkt in Berlin um den Relaunch von Capital zu kümmern. Zusammen mit Thomas Osterkorn ist er aber bislang immer noch Herausgeber des Magazins.

Torsten-Jörn Klein Im April 2013 müssen die bisher gleichberechtigten Alt-Vorstände Klein (Ausland) und Achim Twardy (Finanzen) gehen. Für sie rückte Jäkels Vertrauter Stephan Schäfer als “Vorstand Produkte” und Oliver Radtke, bisher Geschäftsführer der Sächsischen Zeitung, als COO nach. Klein soll angeblich einen neuen Job außerhalb der Medienbranche anstreben.

Georg Mascolo Der Spiegel-Verlag hatte im April 2013 die beiden Spiegel-Chefredakteure, Georg Mascolo und Mathias Müller von Blumencron, wegen unterschiedlicher Auffassungen zur strategischen Ausrichtung abberufen. Gruner + Jahr ist bekanntlich mit 25 Prozent am Spiegel-Verlag beteiligt.

Steffen Klusmann Er wurde nach der Einstellung der Financial Times Deutschland Ende 2012 und dem Umzug von Capital kurzzeitig als stellvertretender Chefredakteur des Stern geparkt. Im August 2013 bekam er als Chefredakteur des Manager Magazins beim Spiegel-Verlag schon wieder einen neuen Entscheiderposten.

Olaf Conrad Vergangene Woche entließ Gruner + Jahr den langjährigen Geschäftsführer seiner Vertriebstochter DPV Deutscher Presse-Vertrieb. Als Nachfolger zauberte der Verlag Nils Oberschelp aus dem Hut.

Thomas Lindner Der in dieser Woche angekündigte Abgang des Verlagsgeschäftsführers Stern/Geo/Art, der 2011 zusammen mit Julia Jäkel zum G+J-Supermanager gekürt wurde, könnte erstmal zu einem personellen Zwischenstopp führen, denn somit ist ein Generationswechsel am Baumwall mehr als vollzogen. Zu erwarten sind selbstverständlich noch weitere Personalrochaden auf mittlerer und unterer Führungsebene. (dh)

Foto: Medientage München