Warum spricht eigentlich niemand in der Verlagsbranche großarig über Geschenkabos oder spezielle Weihnachtsabonnements? Jetzt, wo überall im Handel das ganz große Weihnachtsgeschäft gemacht wird? Das liegt wohl daran, dass viele Abos über Leser-werben-Leser-Aktionen abgeschlossen werden. Und einzelne Jahresabonnements viel teurer sind. Über die Leserwerbeaktion wäre das Weihnachtsgeschenk ja keine Überraschung mehr. Zwar bieten einige Magazine oder Zeitungen spezielle Weihnachtsabos an, doch wirklich attraktiv sind die Angebote nicht:

Beispiel „Der Spiegel“
Er kostet im „Geschenkabo“ 228,80 Euro. Über 100 Euro günstiger ist „Der Spiegel beim Leserservice der Deutschen Post: 113,53 zahlt der Leser effektiv, wenn man bei der Leser werben Leser-Aktion die Barprämie nimmt. Payback-Punkte gibts noch obendrauf. Der bessere Deal.

Beispiel „Die Zeit“
Der Verlag vom Speersort lockt mit seinem „Geschenkabo“ mit einer Ersparnis von 6 Prozent gegenüber dem Einzelkauf, also 4,40 Euro statt 4,60 Euro. Ein Mini-Geschenk, wie beispielsweise einen hochaktuellen MP3-Player, gibts noch obendrauf. Doch warum sollte man das tun? Beim Leserservice der Deutschen Post zahlt der Lesefreund mit Barscheck effektiv nur 2,38 Euro je Ausgabe.

Beispiel „FAZ“
Am besten macht es noch die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“: Unter dem Claim „Lesefreude verschenken“ versucht der Verlag Papierfreunde an Weihnachten einzufangen. Immerhin hat sich der Verlag auch etwas Mühe mit einer speziellen Website-Optik gegeben. Doch das Angebot überzeugt nicht wirklich: für 718,80 müsste ein Jahresabonnement für die FAZ abgeschlossen werden. Zwar kann der Preis  mit einem Galeria Kaufhof Gutschein von 110 Euro verrechnet werden (oder 2 Flaschen Schampus), allerdings sind eben fast 720 Euro für ein Jahresabo viel zu viel für ein normales Weihnchtsgeschenk.

Es wäre also etwas Kreativität gefragt, der Situation mit einer überraschenden Aktion zu begegnen. So könnte doch die „FAZ“ beispielsweise einfach ein spezielles bezahlbares 3-Monatsabo auflegen und ein Gratis-Buch von Frank Schirrmacher obendrauf! „Die Zeit“ lädt einfach zusätzlich ein Kontingent an Weihnachtsabonnenten gratis zu einem der zahlreichen Veranstaltungen im „Zeit Forum der Wissenschaft“. Und beim „Spiegel“ gibts einfach signierte Ausgaben von Klaus Brinkbäumer. Das wäre doch mal was. Frohe Weihnachten!

(Daniel Häuser) Foto: Verlage