Auch wer nie unbedingt Vodafone-Kunde werden wollte, ist es unter Umständen nach dem Kauf von Kabel Deutschland durch den Mobilfunkriesen seit einiger Zeit geworden. Nach der Kündigung eines TV-Zusatzvertrags geriet der Autor dieser Zeilen nun auch ins Visier des Unternehmens. Bereits bei der telefonischen Kontaktaufnahme bei der Kündigung gab es Versuche, mir doch wenigstens einen neuen Mobilfunkvertrag zuzulegen. Natürlich bei Vodafone. Der Dreh ist ja klar: die TV-Kabelkunden sollen am besten auch mit Vodafone telefonieren.

Doch bei der mündlichen Ablehnung blieb es nicht, obwohl ich von vornherein klar gemacht hatte, dass ein neuer Mobilfunkvertrag nicht infrage kommt. In der Folgezeit bekam ich immer wieder Mails (Überschrift: „Sie meinen es also wirklich ernst?“), etwa mit folgendem Inhalt: 

„Sie scheinen uns wirklich als TV-Kunde verlassen zu wollen. Wir sind trotzdem überzeugt davon, auch in Zukunft der richtige Anbieter für Sie zu sein. Warum genau? Das verraten wir Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch.
Aus datenschutz- und wettbewerbsrechtlichen Gründen dürfen wir leider nicht alle Kunden zu Angeboten anrufen. Aber natürlich erreichen Sie uns: montags bis freitags von 7:30 Uhr bis 22 Uhr und samstags von 9 Uhr bis 18 Uhr unter 0800 664 70 68 (kostenlos aus dem Inland).“

Diese Mails sind so zahlreich, dass man am liebsten anrufen würde, nur um mitzuteilen, dass man es wirklich ernst meint mit der Kündigung. Aber wer weiß, wie  Vodafone diese Kontaktaufnahme deuten würde. Die Abbestellung der Werbemails im Kundenkonto gestaltet sich übrigens schwierig.   

Nun hatte der „Spiegel“in dieser Woche berichtet, dass Vodafone wegen unerlaubter Telefonwerbung ins Visier der Bundesnetzagentur geraten ist. Und verschickte einen Bußgeldbescheid in Höhe von 100.000 Euro. Zwischen Januar 2016 und April 2018 seien ehemalige Kunden in 96 Fällen ohne Zustimmung bis zu 30 Mal angerufen worden. Eine Überraschung war das für mich jedenfalls nach dieser harten Marketing-Aktion mit der Brechstange nicht. Der TV-Vertrag endet Ende des Jahres, es bleibt abzuwarten, ob dann Ruhe im Postfach herrscht. (dh)

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