Der neue Eigentümer der „Berliner Zeitung“ sieht aus wie wer? Na klar, irgendwie hat Holger Friedrich (rechts im Bild) so einen speziellen Karl Marx-Look. Zumindest auf dem Pressebild. Ganz zufällig ist das vielleicht nicht. Allein schon wegen der Ähnlichkeit mit dem Kapitalismus-Kritiker dürfte vielen Zeitungslesern aus dem Berliner Osten der neue Eigentümer nicht ganz unsympathisch sein. Ohnehin ist Friedrich auch Ostdeutscher. Als Kind habe er die „Berliner Zeitung“ gelesen, erklärte er in einem Interview in dieser Woche. Schon deswegen habe er „eine emotionale Bindung“ zur Zeitung.

Eine mindestens ebenso emotionale Bindung zur Zeitung wie Friedrich wird aber vor allem einem nachgesagt: Alexander Osang, der langjährigen Edelfeder des „Spiegel“. Früher aber schrieb der Ostberliner lange Jahre für die „Berliner Zeitung“ und war dort mehr als nur ein Aushängeschild. Ausgerechnet er veröffentlichte nun gerade eine große Geschichte zum eigentümlichen Neu-Verlegerpaar. Würde er zur „Berliner Zeitung“ als Chefredakteur zurückkehren, entstünde dort mehr als nur ein Dreamteam. So kommentierten das jedenfalls bereits gestern einige in den sozialen Medien. In der Tat würden sich wahrscheinlich viele Ostberliner genau das wünschen und dann auch gleich „blind“ die „Berliner Zeitung“ abonnieren. Aber ob sich Osang wirklich auf so ein großes Abenteuer einlassen will? Ganz auzuschließen ist es wohl auch wieder nicht. (dh)

Fotos: S.Fischer, DuMont, Jens Roetsch