Wer gehört zur neuen Führungsspitze von „GQ“ Deutschland? Diese Frage beschäftigt die Medienbranche seitdem klar war, dass die Protagonisten André Pollmann, Johannes Patzig, Michalis Pantelouris und Joko Winterscheidt den Männertitel verlassen.

Nun ist zumindest Fakt, wer neuer Head of Content wird. Dem aktuellen Online-Impressum ist es noch nicht zu entnehmen, aber befördert wurde bereits zum 1. Oktober 2021 Tobias Frericks als neuer Head of Editorial Content. Er wird damit die Geschicke der Zeitschrift in der nächsten Zeit entscheidend mitbestimmen. Er war zuvor fast zehn Jahre lang Fashion-Director der Marke. Damit ist wohl auch die Richtung klar, die der Münchner Titel demnächst einschlagen wird: Mehr Mode und mehr Lifestyle. Die Personalie wird vom Verlag bestätigt.

Frericks ist eine gesetzte Größe im Nobel-Verlag. Schon seit 2004 ist er bei Condé Nast Deutschland. Zwischen 2004 und 2008 war der 42-Jährige Fashion Editor von „GQ“ Deutschland und dem Ableger „GQ Style“, bevor er in gleicher Position in die Redaktion von „Vanity Fair“ wechselte. Mit diesen Erfahrungen kennt Frericks die früheren „GQ“-Chefredakteure, da er mit ihnen viele Jahre zusammengearbeitet hat: Manuel Frei, José Redondo-Vega und Tom Junkersdorf.

Trotzdem gab es für ihn ein berufliches Dasein außerhalb von Condé Nast: der Instagram-Freund verantwortete mehrere Modeproduktionen für internationale Mode- und Luxusmarken. Bevor er zu Condé Nast kam, studierte Frericks Modedesign und arbeitete unter anderem als Assistant-Fashion-Editor beim Magazin „Max“ und als Fashion Editor für das frühere Frauenmagazin „Amica“.

Vor rund zwei Wochen wurde bekannt, dass Kerstin Weng Head of Editorial Content für die Modebibel „Vogue“ wird (Clap berichtete exklusiv). Eine ähnliche Position wie ein Chefredakteur, aber mit zusätzlichen Leitungsfunktionen. Nun bekommt auch Frericks diesen Titel. Die Umstrukturierung in den Redaktionen bei Condé Nast nimmt damit klarere Konturen an, vollendet ist diese aber wohl noch nicht.

Auch bei dem gestern Abend in der Hauptstadt gelaufenen Award „GQ Men of the Year Award“, bei dem Markus Lanz als Journalist des Jahres ausgezeichnet wurde, war die Personalie Frericks ein Thema. Er selbst war aber wohl verhindert und konnte sich persönlich nicht äußern.

Gestern Abend in Berlin: wie immer großer Star-Auflauf beim kurz „Moty“ genannten Event „GQ Men of the Year“.

Stolzer Preisträger: Der „Journalist des Jahres“, Markus Lanz, war nicht persönlich vor Ort. Er wurde zugeschaltet.

Nasskaltes Berlin: viele Gäste kamen trotzdem. Im letzten Jahr musste die bekannte Veranstaltung wegen Corona noch ausfallen.

Fotos: Condé Nast, LinkedIn