Vor ein paar Wochen stellte der Medienmanager Hendrik Hey mit seiner Welt der Wunder GmbH bei Clap seinen kommenden Marktplatz für TV-Produktionen vor. Die Plattform mit dem Namen MILC soll eine Art „Netflix für Profis“ werden und für alle Programmanbieter und Einkäufer der Medienbranche offen sein. Nun gibt es ein zweites Projekt, dass ganz ähnliche Ambitionen hat. Ein neues Team von Medienmanagern hat es sich ebenso zur Aufgabe gemacht, den Programmeinkauf auf digitale Art zu revolutionieren. Dafür wurde die neue Content-Plattform ContentBay entwickelt.

Der frühere Sky-Manager Holger Enßlin versammelt dafür ein paar interessante Namen, um das Projekt anzuschieben. Viele Protagonisten asind wohlbekannt: Als Investoren der ContentBay GmbH fungieren neben Enßlin auch Christian Unterseer, der in der Vergangenheit schon für ProSieben gearbeitet hat. Unterseer gehört  übrigens die Cataneo GmbH. Das ist deswegen interessant, weil bekanntermaßen hinter Cataneo auch der bekannte Medienmanager Michael Wölfle steht, der sich aber zu dem Projekt bislang nicht öffentlich äußerte. Und hinsichtlich der Unternehmenskommunikation gibt es auch noch zwei bekannte Namen: Sowohl der frühere persönliche Hubert Burda-Assistent Hans Jürgen Croissant als auch der frühere Astra-Kommunikator Stefan Vollmer sind aktuell für ContentBay im Einsatz.

Die weitere Entwicklung in den kommenden Wochen und Monaten in diesem Content-Duell scheint interessant zu werden. Für Milc spricht jedenfalls, dass der TV-Manager Hey ganz offensichtlich schon länger am Thema dran ist. Wie er im Gespräch mit Clap vor einigen Wochen mitteilte, sitzt er bereits seit 2016 mit seinem Team an der Konzeption. In der vergangenen Woche gab es in München-Haidhausen dazu auch einen Launch-Event, wo er wesentliche Punkte seiner neuen Unternehmensstrategie einer interessierten Öffentlichkeit vorstellte. Während ein Analysetool von ContentBay schon fertig ist und aktuell mit einigen Pilotkunden getestet wird, soll der Markplatz von Ensslin laut einem Sprecher erst Mitte des kommenden Jahres fertig sein.

Auf jeden Fall unterscheiden sich die beiden Projekte ganz offensichtlich auch in einigen Punkten. Hey will viele internationale Programme auf seiner Plattform haben, bei Enßlins ContentBay wird wahrscheinlich viel deutsches Programm auffindbar sein. Hey verknüpft die Milc-Plattform zudem mit einer eigens entwickelten Blockchain-Technologie, „um das Ganze rechtssicher zu machen“. Von Blockchain spricht ContentBay bislang nicht, dafür veröffentlichte das Unternehmen bereits eine beabsichtige Abo-Struktur und einige Quellen, von denen die Inhalte kommen sollen.

Nach Clap-Informationen wendet sich Welt der Wunder im übrigen mit seinem neuen Service ganz explizit auch an die deutsche Verlagsbranche. Das fällt vergleichsweise leicht, weil das über das „Welt der Wunder“-Magazin bereits gute Kontakte beispielsweise zur Bauer Media Group unterhalten werden.

Hendrik Hey hat Großes vor: er stellte in der vergangenen Woche Milc und sein „First Global Tokenized FinTech Media House“ im „Hofbräukeller“ in München-Haidhausen vor.

Text: dh

Fotos: dh, ContentBay