Seit der Vorstellung der neuen „Impfen hilft“-Impfkampagne von Bundeskanzler Olaf Scholz an diesem Montag hagelt es Spott und Hohn. „Dümmlich und an der Realität vorbei“ urteilen einige über die Motive. Auch die Farben der Werbeplakate kommen nicht gut an, die Farbgebung erinnert manche stark an die WC-Coupons von Sanifair. Und Werbeexperten sehen die Kampagne gar als „Eingeständnis von Hilflosigkeit“, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland schreibt.

Doch wie kommt es, dass ausgerechnet Olaf Scholz plötzlich mit einer so unspektakulären Kampagne auftritt? Schließlich hatte genau dieser Scholz während des Bundestagswahlkampfs einen fomidablen Werbeauftritt, der von Brinkert Lück Creatives gestaltet worden war und vielfach gelobt worden ist. Für den außergewöhnlichen Schwenk vom Werbeweltmeister zum Werbeabsteiger gibt es nach Clap-Informationen allerdings auch Gründe, die gar nichts direkt mit ihm zu tun haben könnten.

Demnach hat angeblich die Agentur Scholz & Friends, die „Impfen hilft“gestaltet hat, noch von der alten Bundesregierung einen laufenden Vertrag, der noch erfüllt werden musste. Dieser endet wahrscheinlich im April, zumindest in der ersten Jahreshälfte. Deswegen „musste“ Scholz & Friends also die Kampagne machen, die gar nicht so recht deren Handschrift zu tragen scheint. S&F gehört zu den renommiertesten Werbegagenturen Deutschlands. Wer genau wann die „unschönen“ Motive durchgewunken hat, bleibt im unklaren.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die neue Ampelregierung lieber eine anderes Unternehmen für die Kampagne engagiert hätte. Es wird also frühestens im Spätsommer zu einer neuen Agenturbeziehung kommen. Ob dann noch eine neue Impfkampagne nötig ist bleibt allerdings fragwürdig. (dh)