Noch vor ein paar Wochen hatte Clap Constanze Gilles im Interview für das Printheft. Jetzt verlässt die Joyn-Verantwortliche für Partnerships und Business-Development überraschend das Unternehmen. Was das für den Streaming-Dienst bedeutet.

Der Weggang wird vom Unternehmen bestätigt: „Nach drei Jahren erfolgreicher Leitung des Partner & Business Development-Bereichs bei Joyn, hat Constanze Gilles, Senior Vice President Partner & Business Development, die Streaming-Plattform auf eigenen Wunsch verlassen, um sich neuen, beruflichen Herausforderungen zu widmen. Wir bedauern diese Entscheidung und bedanken uns für ihren kontinuierlichen Einsatz in den vergangenen Jahren.“

Ob die Stelle nachbesetzt wird ist derzeit nicht klar, aktuell sei keine Neuverpflichtung in dieser Hinsicht geplant. Gilles war jedenfalls in an einer wichtigen Schaltstelle besetzt, sie war explizit für die Partnerschaften zuständig. So wurden im vergangenen Jahr unter anderem Kooperationen mit Screenhits TV und mit Media Total beschlossen.

Was aber bis zum heutigen Tag nicht gelang war etwa eine Partnerschaft mit Sky Deutschland. Nach Clap-Informationen verhandelte das Unternehmen auch mit dem Nachbarn schon länger in Unterföhring, doch auf der Sky Q-Plattform ist Joyn bis jetzt nicht aufgeschaltet. Eventuell gibt es dafür gute Gründe, die allerdings außerhalb des Wirkungsbereichs von Gilles lagen.

Abwegig ist eine Sky-Partnerschaft für Joyn keinesfalls. RTL+ gelang im vergangenen Jahr dieser Schritt. Und auch Amazon Prime Video oder Disney+ sind bekanntlich schon länger dabei. Erst im Januar wurde bekannt, dass der vor dem Deutschland-Start stehende Dienst Discovery+ bei Sky Q eine Heimat findet.

Quo Vadis Joyn? Zwar gab es zuletzt wieder konstruktive News. ProSiebenSat.1 stellt alle Sender-Apps ein und setzt allein auf den Streaming-Dienst Joyn. Doch das Joint Venture mit Discovery scheint nach Medienberichten brüchig zu sein. Eventuell muss an dieser Stelle noch an einigen Stellschrauben gedreht werden, damit das Unternehmen aus dem Münchner Westend wieder an Fahrt gewinnt. (dh)

Foto: Alexander von Spreti