Erst vor kurzem gab die Deutsche Post die Erhöhung der Preise für den Presseversand bekannt. Wohlgemerkt zusätzlich auf die ohnehin schon beschlossenen Preiserhöhungen für nächstes Jahr. Nun legte der gelbe Riese mit negativen Nachrichten für seine Kunden nochmal nach. In Form einer Pressemitteilung kam eine große Beschwerde: Demnach sind die Bonner unzufrieden mit der Qualität der übermittelten Empfängerdaten. Jede sechste Adresse sei laut einer Studie falsch. Und damit unzustellbar.

Damit bewies die Post unglaublich viel Fingerspitzengefühl für seine ohnehin schon gebeutelte Kundschaft aus dem Verlagswesen. Die Mitteilung stieß so kurz nach den angekündigten Preiserhöhungen verständlicher Weise bei den Verlegerbänden auf riesengroße Begeisterung, wie Clap am Rande der Münchner Medientage bemerkt hat. Kein Wunder: „Eklatante Probleme mit der Adress-Qualität haben dagegen der Öffentliche Bereich, Verlage und der Einzelhandel“, heißt es in der PM. Wirklich nett. In der Weise nochmal nachzulegen, Respekt, das kann nur eine echte Sympathiebekundung sein!

Ganz im Ernst: Sicherlich sollten alle Unternehmen, insbesondere die aus der Medienbranche, auf die Aktualität ihrer Daten achten. Das ist ein Problem und muss eindeutig besser werden. Allerdings – diese Mitteilung noch nach dem Preis-Schock hinterherzuschieben, da kann der Beobachter nur staunen.

Wir halten dagegen: Trotz einer jahrelangen guten und kooperativen Partnerschaft mit der Post stellen wir bei Clap in letzter Zeit fest, dass die Zustellqualität auch bei korrekt angegebenen Adressen, zumindest bei uns, etwas nachgelassen hat. Das lässt sich zumindest aus den Erfahrungen der vergangenen Monate auch ganz ohne aufwändige Studie durchaus festhalten. Wir können bei Bedarf einige Beispiele liefern. 

Also gerne auch mal wieder etwas vor der eigenen Tür kehren. Und nicht zu oft die Medienunternehmen vergraulen, liebe Post.

Kommentar: Daniel Häuser

Foto: Pressemitteilung der Post