„As fast as possible“ sollte es gehen beim Start der neuen VOD-Plattform der ProSiebenSat.1-Gruppe. Und das ist der neuen App auch noch ein wenig anzusehen, die seit Dienstag im Google Playstore und in Apples App-Store erhältlich ist. Bei den Downloads schoss die App gleich in die Top Ten. Manche User zeigten sich aber noch etwas unzufrieden. Etliche Funktionen, etwa Chromecast, sind noch in der Entwicklung, werden erst noch implementiert. Lange soll das aber nicht mehr dauern. „Wir stehen noch ganz am Anfang. Du kannst sicher sein, dass wir schnellstmöglich weitere Inhalte zur Verfügung stellen“, versucht die Joyn GmbH den ein oder anderen aufgebrachten Joyn-Nutzer gerade zu beruhigen.

Allerdings wird der Zugang zur neuen App den Usern so leicht wie möglich gemacht. Aktuell hält sich das Unternehmen noch mit Werbung zurück, lediglich ein kurzer Spot startet vor dem Stream. Eventuell gibt es noch eine Unterbrecherwerbung während der laufenden Wiedergabe. Der Sender wirbt sogar in der App mit der Beinahe-Werbefreiheit: „“Warum Joyn? Ganz einfach: wenig Werbung“. Unüblich ist außerdem, dass eine Anmeldung für den neuen Dienst nicht vorgesehen ist. Das soll auch erstmal so bleiben, wie Clap auf Nachfrage beim Unternehmen gehört hat.

In eine neue wichtige Phase geht „Joyn“ dann im Winter diesen Jahres, wenn die Bezahl-Services mit Maxdome und Eurosport-Player hinzukommen sollen. Dann wird eine Anmeldung zumindest für die Bezahlteilnehmer unumgänglich sein. Preislich wollen sich die Unterföhringer weder an Netflix noch an TV Now der RTL Mediengruppe orientieren. Angepeilt wird wohl eher ein Preis, der genau zwischen den Angeboten der genannten Services liegt. Bis dahin wird es aber auch schon längst exklusive neue Serien geben, etwa mit Katrin Bauerfeind („Frau Jordan stellt gleich“) oder Klass Heufer-Umlauf („Check Check“).

Mit dem Start von Joyn wird es allerdings die Marke 7TV künftig nicht mehr geben. Aus dem Playstore wurde die App sofort entfernt. Wer den Begriff 7TV eingibt, wird umgehend zu Joyn umgeleitet. Und auch auf der Webseite wird der Video-Freund sofort weitergeleitet. Letztendlich geht es darum von vornherein auch nach außen hin deutlich zu machen, dass es hier nicht mehr „nur“ um die Sendungen der Mediengruppe geht, heißt es aus Unterföhring. Zum Start gibt es bereits 55 Sender. (dh)