Das deutsche Kundenmagazin des Automobilherstellers Audi wird ausgesetzt. Das „Audi Magazin“ mit Themen aus dem inländischen Markt wird es damit vorerst nicht mehr geben. Audi stellt für die deutsche Kundschaft um auf eine internationale Magazin-Version (im Bild), um das deutsche „Kunden-Dialogprogramm“ künftig digitaler zu gestalten.

Allerdings gibt es wohl noch keine endgültige Entscheidung darüber, wie diese Online-Offensive aussehen wird. Fest steht nur, dass diese kommen wird. „Digital first“ heißt laut einem Unternehmenssprecher künftig das schon so oft gehörte kommunikative Motto bei den Ingolstädtern. Bei der internationalen Magazin-Ausgabe, die drei Mal im Jahr erscheint, ist es bereits jetzt so, dass alle Magazin-Artikel auch multimedial auf der Audi.com abrufbar sind. Teilweise auch mit zusätzlichem Content, der beispielsweise aus exklusivem Video-Material besteht.

Eine endgültige Entscheidung für die Zukunft der jetzt ausgesetzten rein deutschen Magazin-Version (die ausschließlich für den hiesigen Markt vorgesehen war) ist indes, wie Audi betont, noch nicht gefallen. Das Heft hatte bislang eine Gesamtauflage von beachtlichen 600.000 Exemplaren, erschien zwei Mal im Jahr. Zusätzlich wurden in Zusammenarbeit mit Gruner + Jahr, die auch die Vermarktung übernommen haben, auch 30.000 Stücke des „Premium-Titels“ zum Copy-Preis von 8 Euro am Kiosk verkauft. Erst Ende vergangenen Jahres hat Audi den Kreativdirektor des „Zeit-Magazins“, Mirko Borsche, an Bord geholt. Er verantwortete einen Relaunch, das Heft ist bislang zwei Mal unter seiner Leitung erschienen. Das internationale Heft wird weiter mit ihm von der Hamburger Agentur Loved produziert.

BMW hatte bereits im ersten Quartal 2018 sein Print-Magazin eingestellt. Die Münchner waren damit die ersten deutschen Premium-Automobilisten, die auf ein gedrucktes Kundenmagazin verzichteten und dafür verstärkt Netz-Aktivitäten verfolgten. Keine große Überraschung also, dass Wettbewerber wie Audi nun nachziehen.

Diese Art von Meldungen aus dem Print-Segment häufen sich in letzter Zeit. In der letzten Woche wurden  Einschnitte bei der großauflagigen „ADAC-Motorwelt“ bekannt, mit dem Vorhaben, deutlich digitaler zu werden. Der Sender 3Sat beendete in dieser Woche laut einer Mitteilung seine gedruckte Programm-Zeitschrift. Auf das vierteljährliche Heft mit einer Auflage von 25.000 Exemplaren folgt ein wöchentlicher Newsletter. Für die Deutsche Post wird es trotz der angekündigten Preiserhöhungen schwer werden, diese Umsatzausfälle zu kompensieren. (Daniel Häuser)

Foto: Audi AG