Vor genau einem Jahr war Carsten Schmidt auf dem Höhepunkt seiner Karriere bei Sky Deutschland. In Münchens Vorort Grünwald feierte er mit weit über tausend Gästen die Premiere von der Serie „Das Boot“. Ein Herzensprojekt von Schmidt. Und wie sich kurze Zeit später heraus stellen sollte – auch ein Erfolg. Doch dann kam das leidige Jahr 2019, ein Eigentümerwechsel auf internationaler Ebene und weiter zunehmende Zentralisierungstendenzen aus Richtung London. 

Nun schrieb gestern erstaunlicherweise Bild.de: „Überraschung bei Sky! Sky-Boss Schmidt hört auf.“ Dabei ist der Weggang von Carsten Schmidt alles andere als eine so große Überraschung. Ganz im Gegenteil. Es war in diesem Jahr die vielleicht am meisten erwartete Personalie der gesamten Kommunikationsbranche. Warum? Auch für den flüchtigsten Sky-Kenner war zu bemerken, dass nach und nach viele der engen Vertrauten von Schmidt das Unternehmen verlassen hatten. Als da wären: Roman Steuer, Ralph Fürther oder auch Thomas Deissenberger.

Während der Medientage im Oktober war für etliche Beobachter längst nur noch die Frage offen, wann er geht. Zunächst war allerdings erwartet worden, dass er die anstehende Bundesliga-Rechteausschreibung als CEO noch mitmacht. Das erklärt vielleicht die Zurückhaltung in der Berichterstattung. Nun haben die Unterföhringer einen anderen Modus gefunden. Er bleibt dem Unternehmen als Senior Advisor erhalten. Und wird so sicherlich noch das ein oder andere Gespräch mit der DFL führen. (dh)

Foto: Michael Tinnefeld für Sky