Das waren bewegte Wochen für die öffentlich rechtlichen Anstalten. Was wurde da zuletzt nicht alles ausgekübelt: Erst kamen die unabhängigen Musik-Produzenten mit dem Einwand, die Rundfunk-Sender würden nicht die gesamte „Vielfalt der Musiklandschaft“ abbilden. Dann kam die Diskussion um den Abgang von Günther Jauch, weil Moderatoren mit unangemessen hohen Gehältern gelockt würden, in der Hoffnung Quote zu kaufen und dies nicht zum öffentlich-rechtlichen Auftrag passen würde. Zuletzt verloren die Anstalten, wie erwartet, die Übertragunsrechte an den Olympischen Spielen 2018, was stellenweise als Schwäche interpretiert worden ist.

So richtig hochgejazzt aber wurde das alberne Experiment von „Handelsblatt“-Redakteur Norbert Häring, der seinen Rundfunkbeitrag in bar bezahlen wollte. Das schlug in der Presse hohe Wellen und es frohlockten alle, die sich quartalsmäßig über die automatische Abbuchung vom Konto maßlos ärgern. Zeitweise konnte der Beobachter durch die Berichterstattung den Eindruck gewinnen, durch diesen simplen Trick könnte der Beitragsservice, also WDR und Co., in die Knie gezwungen werden.

Doch vor den Servicecentern bildeten sich keine endlos langen Schlangen mit Gegnern der „Zwangsabgabe“, um den Beitrag bar einzuzahlen. Die Aktion prallt an den Anstalten scheinbar verletzungsfrei ab, wie all die Kritik in den Wochen davor. Passiert ist also nichts. ARD und ZDF lassen sich kommunikativ auf keine Scharmützel ein. Ganz nach dem Motto: Schreibt ihr nur, es läuft trotzdem weiter wie gehabt.

Doch mit etwas weniger ausgeprägter Antipathie der privat finanzierten Medien wäre vielleicht mehr drin. Und es könnte beispielsweise eine Diskussion darüber aufkommen, wie die inhaltliche journalistische Qualität wieder gestiegert werden könnte. Letzendlich verhält es sich bei ARD und ZDF wie beim Fall der Europäischen Union. Wir kämpfen zu viel gegen und zu wenig für das öffentlich-rechtliche System.

Kommentar: Daniel Häuser
Illustration: ARD/ZDF