Ein kommender Generationswechsel im Management bei Hubert Burda Media nimmt möglicherweise etwas konkretere Formen an: seit kurzem lässt sich die Tochter des Verlegers Hubert Burda, Elisabeth Furtwängler-Burda, im geschäftlichen Bereich ausschließlich Lisa Burda nennen. Diese neue Umgangsform ist wohl als klarere Aussage gegenüber den Gesellschaftern des Unternehmens zu verstehen.

Burda bestätigt die Clap-Information: „Sie bevorzugt der Einfachheit halber die Kurzform ihres Namens – Lisa Burda -, wenn sie als Gesellschafterin im Unternehmen auftritt“, so die offizielle Stellungnahme. Eine behördliche Namensänderung habe es aber nicht gegeben.

Operativ ins Unternehmen eingestiegen ist die 29-Jährige, ebenso wie ihr Bruder Jacob, jedoch bislang angeblich nicht. Lisa Burda sitzt allerdings im Verwaltungsrat des Medienkonzerns. In der jüngeren Vergangenheit gab es immer wieder Informationen, wonach Lisa Burda mehr Interesse an ihrer Karriere als Rapperin und Musikproduzentin haben würde. Die Namensänderung im Medienbusiness könnte jedoch darauf hindeuten, dass sie nun stärker als bislang im Medienunternehmen involviert ist.

Im Frühjahr 2021 gab sie dem „Spiegel“ ein Aufsehen erregendes Interview, bei dem sie sich zitieren ließ mit den Worten: „Ich habe bislang nichts für Burda geleistet“. Ihr mangele es letztlich an Management-Expertise, um die rund 12.000 Mitarbeiter führen zu können. Das stimmt für manche Beobachter nicht so ganz: So war doch zumindest ein Engagement bei Burdas Digitalkonferenz DLD Women auch öffentlich zu bemerken. Die Instagramerin machte etwa selbst Führungen im Nymphenburger Schlosspark in München für die Gäste der Veranstaltung.

Ist jetzt die Zeit für einen Wechsel ins Mangement gekommen? Eine Richtung hat sie zumindest schon vorgegeben: sie arbeitet am liebsten mit anderen Frauen zusammen gab sie öfters zu verstehen, sie selbst bezeichnet sich als Feministin „aus vollstem Herzen“. 

Eigentlich hatte sich Verleger Hubert Burda gewünscht, dass seine Kinder mit 27 Jahren einmal seinen Verlag übernehmen. Das Alter haben Jacob und Lisa schon überschritten. Vielleicht gibt es nun einen ersten Umschwung ab dem Alter von 30 Jahren? Es wäre auch verständlich. Lisa Burda gehört ein Drittel des Burda-Verlags. Laut einer Analyse des „Forbes“-Magazins im vergangenen Jahr soll sich ihr Vermögen dadurch auf über eine Milliarde Euro belaufen – die jüngste Milliardärin Deutschlands. Übrigens, ihr Bruder Jacob legte seinen Geburtsnamen Furtwängler angeblich schon im vergangen Jahr ab und benannte sich in Burda um. (dh)

Foto: Hubert Burda/Flickr